zur Navigation springen

Politik

03. Dezember 2016 | 14:47 Uhr

Ermittlungen in Berlin : Piraten-Politiker Gerwald Claus-Brunner soll Mann getötet haben

vom

Claus-Brunner nahm sich das Leben. In einer Wohnung fand die Polizei zwei Leichen. Es sei ein „schauriges Bild“ gewesen.

Berlin | Der Berliner Piraten-Politiker Gerwald Claus-Brunner soll einen anderen Mann getötet haben, bevor er sich selbst das Leben nahm. Der zweite Mann dürfte schon vor einigen Tagen durch „stumpfe Gewalt gegen den Oberkörper“ getötet worden sein, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Die Leiche von Claus-Brunner und dem zweiten Mann waren am Montag in einer Wohnung in Berlin-Steglitz gefunden worden.

Polizei und Staatsanwaltschaft schrieben in einer gemeinsamen Mitteilung, in der Wohnung habe sich ein „schauriges Bild“ geboten, das auf ein Tötungsdelikt hindeute. Eine Mordkommission ermittelt. Die „Bild“-Zeitung und die „B.Z.“ hatten zuerst berichtet.

Claus-Brunner gehörte zur Berliner Piratenfraktion, die 2011 mit 8,9 Prozent und 15 Abgeordneten als erste in einen deutschen Landtag einzog. Bei der Wahl am Sonntag schieden die Piraten wieder aus dem Parlament aus. Er war von Anfang an eine sehr auffällige Erscheinung, weil er sehr groß war und grundsätzlich immer in Latzhose und mit einem Kopftuch auftrat. Um das Kopftuch gab es anfangs einigen politischen Aufruhr, weil Brunner auch Palästinensertücher im Parlament verwendete.

Am Montag hatten die Piraten mitgeteilt, Claus-Brunner habe sich wohl selbst getötet, weil er krank war. Die Polizei habe der Partei mitgeteilt, dass wohl weder ein Unfall noch Fremdverschulden vorliege. „Genauere Umstände sind uns nicht bekannt; allerdings wussten wir von einer unheilbaren Erkrankung.“

Bereits nach der ersten Zeit im Abgeordnetenhaus - und nach einigen internen Querelen bei den Piraten - hatte Claus-Brunner geklagt, er sei moralisch und seelisch am Ende. Später sagte er: „Ich halte durch, weil ich sicher bin, dass ein großer Teil der Basis hinter mir steht.“ Die Piraten schrieben jetzt: „Faxe, wie wir ihn alle nannten, war nie unumstritten, Faxe war nie einfach und er hatte es auch nie leicht. Jeder von uns kann eine Geschichte über ihn erzählen.“ Sie beendeten ihre Mitteilung: „Lebwohl, Faxe! Wir werden dich vermissen.“

zur Startseite

von
erstellt am 20.Sep.2016 | 17:06 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert