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Politik

29. September 2016 | 13:51 Uhr

Pegida-Gründer auf Teneriffa : „Perfide“: Lutz Bachmann als Auswanderer geoutet

vom

Bachmann will seinen Lebensmittelpunkt offenbar nach Teneriffa verlegen. Öffentlich gemacht hat das seine Intimfeindin Tatjana Festerling.

Dresden/Santa Cruz | Eigentlich hetzt er selbst gegen Einwanderer - jetzt ist er selber einer: Der Mitgründer des fremdenfeindlichen Dresdner Pegida-Bündnisses, Lutz Bachmann, will seinen Lebensmittelpunkt offenkundig auf die Kanaren-Insel Teneriffa, 288 Kilometer vor der Küste Marokkos, verlegen. In einer Videobotschaft bei Facebook sagte er, er wolle damit seine Familie schützen. Und: Dass er eigentlich schon viel früher darüber informieren wollte. „Vehement dagegen“ gewesen sei jedoch seine Intimfeindin Tatjana Festerling, aus taktischen Gründen.

Lutz Bachmann ist das bekannteste Gesicht der Pegida-Bewegung. Er ist mehrfach wegen volksverhetzender Aussagen aufgefallen - im Mai wurde er deshalb verurteilt.

Dass nun die 51-Jährige mit diesen Infos an die Öffentlichkeit geht, nennt Bachmann ein „perfides Spiel“. Wie die „Sächsische Zeitung“ (SZ) berichtet, hatte Festerling am Dienstag der Zeitung bestätigt, Urheberin eines Facebook-Kommentars zu sein, der die Info öffentlich macht. Darin wird behauptet, Bachmann sei dabei, auf die spanische Kanareninsel zu ziehen und würde nur noch alle zwei Wochen zu den Kundgebungen nach Dresden kommen.

„Wen interessiert es, wo man arbeitet und seinen Lebensunterhalt verdient, solange man mit Rückgrat hinter der Sache steht?“, schrieb Bachmann daraufhin ebenfalls bei Facebook. „Monatelang war es bekannt und trotzdem uninteressant!“ Bachmann habe dort „einen guten Mann gefunden“, der es ihm ermögliche, dort zu sein. Nach Informationen der SZ handele es sich dabei um ein mit dem Ehepaar Bachmann befreundeten Gastwirt aus Radebeul. Dieser sei bereits im vorigen Herbst auf die Kanaren-Insel ausgewandert.

Seit einigen Monaten sei Bachmann bereits auf Teneriffa. In seinem Video bestätigt er, dass die Familie ihren Wohnsitz verlegt habe - er spricht auch von einem Wohnsitz in der Nähe von Dresden. Ein Umzug sei notwendig geworden, weil bei seiner Familie schon eingebrochen und das Auto manipuliert worden sei.

Aus Spenden würde er sich nicht finanzieren lassen, „wie hier was abgeht“ würde sie einen „Scheißdreck“ angehen. Bachmann wirft Festerling vor, mit ihrem Facebook-Kommentar Pegida schaden zu wollen. Am Montag, dem Tag der deutschen Einheit, wolle er nach Angaben der Sächsischen Zeitung auf der geplanten Pegida-Demonstration die Vertrauensfrage stellen. Was genau sich dahinter verbirgt, ist unklar. Am 3. Oktober finden in Dresden die Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit statt, auch die Festerling-Bewegung will laut SZ an diesem Tag protestieren.

Pegida-Mitgründer Bachmann war in den vergangenen Wochen immer seltener bei den Kundgebungen in Dresden zu sehen. Ein Grund für sein Fernbleiben wurde den 2200 bis 2600 Teilnehmern auch am vergangenen Montag nicht genannt.

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erstellt am 21.Sep.2016 | 14:57 Uhr

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