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Politik

09. Dezember 2016 | 12:44 Uhr

Im Heiligen Jahr : Papst empfängt Tausende Obdachlose: «Ganz einer von ihnen»

vom

Zum Abschluss des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit empfängt Papst Franziskus Tausende Obdachlose aus aller Welt. Damit sendet er ein Signal an die Armen: Die Welt, die Kirche und die Religionen bräuchten sie, sagt Franziskus. Und auch die Politik.

Mit einer Audienz für Tausende Obdachlose auch aus Deutschland hat Papst Franziskus ein Zeichen für die Armen gesetzt. Sie dürften nicht als «Sklaven» ausgenutzt werden, sagte der Pontifex im Vatikan vor den 3000 bis 4000 Besuchern aus mehr als 20 Ländern.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche bat um Verzeihung für die Momente, in denen sich die Christen von den Armen abgewendet hätten. Die Armen seien diejenigen, die Frieden schafften - deshalb seien die Welt, die Kirche und die Religionen auf sie angewiesen.

«Der Papst ist so gütig wie er auch erscheint», sagte Rita Bernzen vom Haus Bethlehem in Hamburg, die eine Gruppe begleitete. Sie habe nicht gedacht, dass das Treffen so emotional werden könnte. Umgeben von den Obdachlosen sei Franziskus «ganz einer von ihnen» gewesen. «Und das haben alle gefühlt, glaube ich.»

Bis zu 600 Obdachlose und Begleiter aus Deutschland kamen zu dem Treffen nach Rom, darunter Menschen aus München, Hamburg, Bremen und Münster. Die Wallfahrt endet am Sonntag mit einer großen Papst-Messe auf dem Petersplatz. Das Ereignis liegt auf der Linie des Heiligen Jahres, das Franziskus unter dem Motto «Barmherzigkeit» ausgerufen hatte und das Sonntag in einer Woche (20. November) endet.

Vor dem Treffen mit den Obdachlosen hatte sich der Papst für mehr Mitspracherecht der Bedürftigen in der Politik ausgesprochen. «Christus hat von einer Gesellschaft gesprochen, in der die Armen, die Schwachen, die Ausgeschlossenen diejenigen sind, die entscheiden. Nicht die Demagogen, nicht die Gauner, sondern das Volk», sagte er der Tageszeitung «La Repubblica» (Freitag). Über die Politiker selbst wolle er nicht urteilen - auch nicht über den künftigen US-Präsidenten Donald Trump. Ihn interessiere lediglich, welche Auswirkungen ihr Handeln auf die Armen und Ausgeschlossenen habe.

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Interview "La Repubblica"

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erstellt am 11.Nov.2016 | 16:02 Uhr

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