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Erster Besuch in den USA : Oppermann: Merkel steht bei Trump Gratwanderung bevor

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Auch Grünen-Politiker Trittin fordert selbstbewusstes Auftreten der deutschen Kanzlerin.

Berlin | Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sollte bei ihrem Trump-Besuch nach Ansicht von SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann aus einer Position der Stärke heraus agieren. „Für die Bundeskanzlerin wird das Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten eine Gratwanderung“, sagte Oppermann am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Merkel wird an diesem Dienstag in Washington das erste Mal mit dem neuen US-Präsidenten Donald Trump zusammentreffen.

Einerseits müsse Merkel deutlich machen, dass eine gute Zusammenarbeit mit den USA nur über die bisher gemeinsam vertretenen Werte funktionieren könne. Wenn die USA und Trump jedoch einen protektionistischen Weg mit Zöllen und Handelsbeschränkungen einschlagen wollten, müsse Merkel klar sagen, dass Deutschland und Europa nicht wehrlos darauf reagieren würden. „Bei allen Schwierigkeiten der Europäischen Union - die EU hat eine Kraft, die Trump nicht unterschätzen sollte“, sagte Oppermann.

Merkel sollte alles daran setzen, Trump von den Vorteilen guter und fairer Beziehungen zwischen Europa und den USA zu überzeugen. „Nationale Lösungen führen in der globalisierten Welt in die Irre. Frieden und Gerechtigkeit werden wir nur gemeinsam erreichen.“

Grünen-Politiker Jürgen Trittin fordert selbstbewusstes Auftreten Merkels bei Trump, um das deutsche und europäische Interesse zu vertreten. „Wir Europäer können und müssen den USA auf Augenhöhe begegnen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Angela Merkel muss selbstbewusst in Washington auftreten.“

Sie solle Trump deutlich machen, dass es keine „Deals“ mit Deutschland an der EU vorbei geben werde und „sich seine Hoffnung auf ein schwaches Europa nicht erfüllen wird“. Die USA strebten ein bilaterales Abkommen mit Berlin an. Dafür müsste Deutschland nach EU-Recht den europäischen Binnenmarkt verlassen.

Trittin wünscht sich von der Kanzlerin eine Absage an höhere Militärausgaben, die Trump fordert. „Es gibt keine Nachrüstungslücke“, betonte er. Ein erneutes Wettrüsten zwischen Russland und den USA würde die europäische Sicherheit gefährden. „Stattdessen sollte Merkel einen Abzug der amerikanischen Atomwaffen aus Europa fordern.“ Zudem sei es wichtig, Trump an die US-Zusagen beim Klimaschutz zu erinnern. „Die USA müssen zu ihren Verpflichtungen stehen“, sagte Trittin. Der Bundestagsabgeordnete kritisierte als „falsches Signal“, dass Merkel Wirtschaftsvertreter mitnimmt, aber keine Parlamentarier. „Gerade bei Trump hätte sie klar machen müssen, wie wichtig Demokratie und Gewaltenteilung sind.“

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erstellt am 12.Mär.2017 | 10:50 Uhr

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