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Nach Angriff auf Chan Scheichun : OPCW bestätigt Einsatz von Giftgas in Syrien

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Sarin oder eine vergleichbare Substanz ist in der syrischen Stadt verantwortlich für den Tod von 80 Menschen am 4. April.

Den Haag | Die Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen hat nach Angaben von Diplomaten den Einsatz von Giftgas in Syrien bestätigt. Das habe die OPCW zu Beginn einer Sondersitzung des Exekutivrates am Mittwoch in Den Haag bekannt gegeben, meldeten die britische Delegation bei der OPCW sowie die französische Botschaft in den Niederlanden auf Twitter.

In Syrien herrscht seit rund sechs Jahren Krieg. Mehr als 400.000 Menschen sind nach UN-Schätzungen bislang gestorben, Millionen sind auf der Flucht. Europa und die USA scheinen dem Konflikt hilflos und ohne Einfluss gegenüberzustehen.

Die Analyse von Proben habe gezeigt, dass „Sarin oder eine Sarin vergleichbare Substanz in Chan Scheichun“ eingesetzt worden sei. Bei der Attacke am 4. April im Norden Syriens waren rund 80 Menschen getötet worden. Die OPCW hatte nach dem Angriff ein Expertenteam mit der Untersuchung beauftragt. Das Ergebnis wurde bislang noch nicht veröffentlicht. Britische und türkische Analysen waren zuvor zu demselben Ergebnis gekommen.

Hintergrund: So arbeitet die OPCW

Die Sondereinheit sammelt und analysiert alle verfügbaren Informationen. Die Experten sprechen - wenn möglich - mit Opfern und Zeugen, sie entnehmen und analysieren Proben. Doch die Bewegungsfreiheit der OPCW-Experten ist in Syrien sehr stark eingeschränkt, nachdem sie im Mai 2014 bei einem Kontrolleinsatz angegriffen worden waren. Syrien verweigert außerdem den internationalen Kontrolleuren der OPCW den Zugang zu möglichen Produktions- und Lagerungsstätten.

 

Bereits 2013 waren östlich der Hauptstadt Damaskus bei Angriffen mit Giftgas rund 1400 Menschen getötet worden. Die Opposition und der Westen machten dafür Syriens Regierung verantwortlich. Diese stimmte danach zu, alle Giftgasvorräte zu vernichten. Chlor fiel jedoch nicht unter das Verbot, weil es für zivile Zwecke benötigt wird.

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erstellt am 20.Apr.2017 | 08:38 Uhr

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