zur Navigation springen

Politik

07. Dezember 2016 | 19:25 Uhr

Sorge vor Abschottungspolitik : Obama nimmt Trump in Schutz

vom

Alle reden in Lima über einen, der gar nicht da ist: Bald-US- Präsident Donald Trump. Die Unsicherheit durch seine Wahl ist beim Asien-Pazifik-Gipfel überall zu spüren.

Bei seinem letzten öffentlichen Auftritt im Ausland hat US-Präsident Barack Obama vor einer Vorverurteilung seines Nachfolgers Donald Trump gewarnt.

«Erwartet nicht das Schlechteste, hofft, dass die Administration ihren Job machen und arbeiten wird. Danach kann man sein Urteil fällen», sagte Obama in Lima bei einer Veranstaltung mit 1000 Studenten und jungen Führungskräften. Er nahm in der peruanischen Hauptstadt am Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) teil. Nach jeder Wahl gäbe es ein Gefühl der Unsicherheit. 

Im Fokus stand in Lima die Sorge um eine Abschottungspolitik Trumps , der Freihandelsabkommen für Jobverluste in den USA verantwortlich macht. Chinas Regierung, der Trump mit Strafzöllen gedroht hatte, warnte vor Rückschritten - ohne aber Trump direkt zu nennen. Staatschef Xi Jinping betonte: «China macht die Tür nicht zu.» Bei einem Treffen mit Obama sagt er, man hoffe auf einen «sanften Übergang» beim Wechsel im Weißen Haus. 

An dem Gipfel von 21 Staats- und Regierungschefs, der bis heute dauert, nahm auch Russlands Präsident Wladimir Putin teil. Zu einem möglichen Treffen von Putin und Obama sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow nach Angaben der Agentur Interfax: «So oder so werden sie während des Gipfels aufeinander stoßen.» Dabei sei ein kurzes Gespräch im Stehen möglich, ein gesondertes Treffen sei nicht geplant. Wegen der russischen Bombardements und Putins Parteinahme für Syriens Machthaber Baschar al-Assad war es zum Zerwürfnis gekommen. Putin setzt auf weit bessere Beziehungen mit Trump. 

Es ist der letzte Gipfel von US-Präsident Obama, der nun um sein Prestigeprojekt, das bisher größte Freihandelsabkommen TPP mit zwölf Ländern der Region bangen muss. Trump ist ein Gegner von TPP. Das Abkommen von zwölf Staaten (ohne China) sollte auch den geostrategischen US-Einfluss in der Asien-Pazifik-Region stärken. «Es wird nicht das Gleiche sein, wie er regiert und wie er Wahlkampf gemacht hat», meinte Obama über Trump. Er erwarte auch keine großen Veränderungen in der Lateinamerikapolitik. 

Die beste Form, die US-Interessen zu schützen, seien auch gute Beziehungen zu den Nachbarn. Er betonte mit Blick auf Trumps Ankündigung, rasch drei Millionen Migranten ohne Papiere des Landes zu verweisen, dass die Zahl der illegalen Migranten bereits zurückgegangen sei. «Aber der Eindruck ist, dass die Zahl gestiegen ist.» Trump übernimmt das Amt am 20. Januar 2017. 

- Die 21 Staaten der 1989 gegründeten Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) haben eines gemeinsam: Sie grenzen fast alle an den Pazifik.

- In den Staaten leben 39 Prozent der Weltbevölkerung.

- Die Staaten produzieren 57 Prozent der Weltwirtschaftsleistung.

- Sie sind für 49 Prozent des weltweiten Handels verantwortlich.

- Das durchschnittliche Wachstum betrug in den Apec-Staaten von 2009 bis 2014 rund 6 Prozent (weltweit: 5 Prozent).

- Das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt beträgt im Jahresschnitt 15 600 Dollar und liegt damit über dem weltweiten Durchschnitt.

- Zwei konkurrierende Freihandelsabkommen: Die US-geführte Transpazifische Partnerschaft (TPP) mit 12 Staaten, während China auf die Regionale Wirtschaftspartnerschaft (RCEP) setzt. 

zur Startseite

von
erstellt am 20.Nov.2016 | 09:08 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert