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Klimaerwärmung : Neunjährige verklagt Regierung in Indien wegen Umweltverschmutzung

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Ridhima Pandey legt sich mit dem Staat an. Sie sieht ihre Zukunft und die kommender Generationen gefährdet.

Neu-Dehli | Ridhima Pandey ist neun Jahre alt und scheut sich nicht, ihre eigene Regierung zu verklagen. Die Inderin beschuldigt die Verantwortlichen, Treibhausgas-Emissionen von Firmen, Autos oder der Landwirtschaft nicht entschieden genug einzudämmen. Es sei die Pflicht der Regierung, junge und alte Inder vor dieser Umweltverschmutzung zu beschützen, sagt sie. „Meine Regierung hat es versäumt Schritte einzuleiten, die Treibhausgas-Emissionen, die extreme klimatische Auswirkungen haben, zu regulieren und zu reduzieren.“ Dies würde sie und andere künftige Generationen negativ beeinflussen. Indien ist der viertgrößte Produzent von Treibhausgasen weltweit. An der Spitze stehen die USA und China, gefolgt von der EU.

Der Klimawandel sorgt für extremeres Wetter, was das Leben von Menschen auf aller Welt bedroht. Der Anstieg der Temperaturen wird nach gängigen Modellen vor allem von Menschen verursacht. Besonders Indien ist vom Klimawandel und seinen Folgen bereits betroffen. Missernten, Hitzewellen, extremer Regen, das Abschmelzen der Gletscher im Himalaya und weniger Trinkwasser machen der Nation mit über einer Milliarde Menschen zu schaffen.

Ihre Petition hat die Neunjährige an das Indian National Green Tribunal geschickt, ein auf umweltbezogene Fälle spezialisiertes Gericht. Ihre Klage betrifft das Ministerium für Umwelt, Forstwirtschaft und Klima sowie die staatliche Behörde für die Kontrolle der Umweltverschmutzung (Central Pollution Control Board of India). Sie fordert einen nationalen Klima-Plan sowie ein staatliches Budget zur Bekämpfung der Treibhausgase. Das Tribunal hat den Behörden nun zwei Wochen Zeit gegeben, auf die Petition zu reagieren.

Schon 2016 hatten sechs Inder gegen die Regierung geklagt. Dabei ging es um die Luftverschmutzung in Indiens Hauptstadt Neu-Dehli. Vier von zehn Städten mit der schlechtesten Luftqualität weltweit liegen in Indien.

Einen ähnlichen Fall gibt es in den USA, wo eine Gruppe von 21 jungen Menschen zwischen neun und 20 Jahren die US-Regierung und Energiekonzerne beschuldigt, gegen die Verfassung zu verstoßen. Weil sie beim Thema Erderwärmung versagen, würden sie das in der Verfassung verankerte Recht auf Leben, Freiheit und Besitz mit Füßen treten.

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erstellt am 10.Apr.2017 | 15:31 Uhr

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