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Politik

24. März 2017 | 09:12 Uhr

US-Präsident im Twitter-Rausch : Neues von Donald Trump: Obama, Schwarzenegger und das Wetter

vom

Trump unterstellt Obama Abhöraktion und nennt ihn einen „kranken Typen“. Auch mit Arnold Schwarzenegger legt er sich an.

Washington | In den vergangenen Tagen war US-Präsident Donald Trump auf Twitter eher still gewesen, das endete am Samstag. Am Morgen schloss er seine Twittersalve mit einem Angriff auf Arnold Schwarzenegger ab. Zuvor erhob er in einem rüdem Ton schwere Vorwürfe gegen seinen Vorgänger Barack Obama. Unterdessen wurde bekannt, dass der US-Wetterbehörde NOAA heftige Kürzungen drohen – und dann stolpert Trump auch noch über ein schweres Wort.

Trump schrieb in einer Serie von Tweets, Obama habe ihn vor der Präsidentschaftswahl im Trump-Tower abhören lassen. „Wie tief ist Präsident Obama gesunken, meine Telefone während des heiligen Wahlprozesses anzuzapfen. Böser (oder kranker) Typ!“ Trump zog auch einen Vergleich zur Watergate-Affäre, als US-Präsident Richard Nixon infolge einer Affäre zurücktreten musste, in der es um angezapfte Telefone ging. Trump nannte keine Belege.

 

Er muss sich mit seinen Anschuldigungen aber wohl auf Untersuchungen bezogen haben, die FBI und Geheimdienste 2016 in seinem Umfeld vorgenommen haben sollen. Angeblich sollte untersucht werden, ob es finanzielle Verbindungen aus Trumps Umfeld nach Russland gab. Die Berichte bezogen sich auf polizeiliche und geheimdienstliche Untersuchungen. Nach allem, was bekannt ist, hatte Obama damit nichts zu tun. Abhöraktionen wie die unterstellte müssten von James Comey angeordnet werden, dem Chef des FBI, nicht vom Weißen Haus.

Am Donnerstag hatte eines der vielen rechtsgerichteten Talk Radios in den USA (Mark Levin) berichtet, Obama stecke hinter solchen Untersuchungen. Am Freitag griff Breitbart News das auf. Am Samstag twitterte der Präsident.

Berichte über Untersuchungen in Trumps Umfeld sind bekannt. Zuletzt hatte am 19. Januar, dem Vorabend seiner Amtseinführung, die „New York Times“ ausführlich darüber berichtet. Es wurde damals nicht klar gesagt, ob es etwa neben Untersuchungen von Bankkonten auch Abhöraktionen gab und wen sie betrafen.

Erste Reaktionen schlossen am Samstag nicht aus, dass Trump mit seiner Aufsehen erregenden Aktion von größeren Schwierigkeiten ablenken will, die sich aus nicht geklärten, möglichen Beziehungen seines Wahlkampfteams und nun seiner Regierung zu Russland ergeben.

Große US-Medien wie „Washington Post“ und „New York Times“ erschienen am Samstag mit Titelgeschichten zu Russland und Trump. Trump versucht immer wieder, Themen selber zu setzen und so Berichterstattung zu lenken.

Nach seiner Rede an den Kongress am Dienstag hatten viele Medien berichtet, Trump habe sich mit diesem Auftritt als präsidentiell„ gewandelt präsentiert. Am Samstag hieß es in vielen Kommentaren zu Trumps zorniger Twitter-Serie, sie beweise einmal mehr, dass es nur einen Donald Trump gebe.

Trump twittert gegen Arnold Schwarzenegger

Nach dem Rücktritt von Hollywood-Star und Ex-Gouverneur Arnold Schwarzenegger (69) als Nachfolger von Donald Trump bei der Show „The Apprentice“ hat der US-Präsident nachgetreten. Aus seinem Domizil in Florida schrieb Trump am Samstag auf Twitter, Schwarzenegger sei nicht freiwillig gegangen, sondern wegen schlechter, armseliger Quoten. „Trauriges Ende einer großen Show“, schrieb der Präsident.

 

Schwarzenegger erwiderte: „Du solltest überlegen, einen neuen Witzeschreiber und einen Faktenchecker einzustellen.“

Trump hatte die Show die ersten 14 Staffeln lang moderiert. Schwarzenegger hatte danach für eine Staffel übernommen, die Einschaltquoten waren mäßig. Die Entscheidung über eine weitere Staffel von „The Apprentice“ (Deutsch: Lehrling) hatte der Sender NBC noch nicht verkündet. Trump hatte sich kürzlich schon über Schwarzeneggers Einschaltquoten lustig gemacht.

Klimawandel-Skeptiker Trump will bei Wetter- und Ozeanographiebehörde NOAA sparen

Unterdessen plant das Weiße Haus einem Bericht der „Washington Post“ zufolge gravierende Kürzungen bei der Wetter- und Ozeanographiebehörde NOAA. Insgesamt sollten sich die Kürzungen auf 17 Prozent belaufen, schreibt das Blatt unter Berufung auf einen Entwurf.

Am stärksten betroffen wäre eine Forschungseinheit für Klima- und Atmosphärenforschung mit einem Minus von 126 Millionen US-Dollar, ein Minus von 26 Prozent. Die Abteilung für Satellitendaten, die für die Klimaforschung und die Auswirkungen des Klimawandels auf Küstenregionen besonders wichtig ist, verlöre 513 Millionen oder 22 Prozent. Diese Daten werden auch für Kartendienste oder das Militär bereitgestellt.

Es ist noch nicht klar, welche seiner finanziellen Ziele das Weiße Haus im laufenden Budgetprozess umsetzen kann und wie stark der Kongress sie möglicherweise ändert. Die US-Regierung unter Donald Trump hat durch eine Reihe von Aussagen und auch die Auswahl von Kabinettsmitgliedern deutlich gemacht, dass sie die bisherige US-Klimapolitik unter Barack Obama nicht fortsetzen wird. Arbeit und Forschung der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) sind auch international sehr anerkannt.

Trump und die Rechtschreibung – seine Mehrfachkorrektur

Trump ist der sorgfältige Umgang mit Sprache nicht jeden Tag gleich gegeben. Bereits mehrfach wurde er mit Rechtschreibfehlern oder Buchstabendrehern in seinen Tweets auffällig. Am Freitag aber brauchte der Präsident gleich drei Anläufe, um einer bestimmten Forderung den sprachlich korrekten Nachdruck zu geben.

Statt des englischen „hereby“ für „hiermit“ schrieb Trump erst „hear by“, entschied sich dann in der zweiten Version zu „hearby“ - bevor es mit „hereby“ schließlich stimmte.

 

Die viel kommentierte Dreierserie wurde nur kurz unterbrochen von einem Tweet, den der Präsident im Kurznachrichtendienst zu seinem just vollzogenen Besuch einer Grundschule absetzte: „Wir müssen unser Erziehungssystem für unsere Kinder reparieren, um Amerika wieder groß zu machen. Wunderbarer Tag in Saint Andrews in Orlando.“

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