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Politik

28. Juli 2016 | 20:17 Uhr

Aufklärungsflüge gegen den IS : Nächste „Tornados“ zum Syrien-Einsatz gestartet

vom

Der Einsatz deutscher Aufklärungsjets über Syrien rückt näher. Vier „Tornados“ werden jetzt in die Türkei verlegt, um von dort die internationale Koalition gegen die Terrororganisation IS zu unterstützen.

Jagel | Die Vorbereitungszeit für die Soldaten war kurz. Wenige Tage nach dem Bundestagsbeschluss zum Syrieneinsatz machten sich die ersten Tornados vom Taktischen Luftgeschwaders 51 „Immelmann“ vom Flugplatz Jagel als Vorhut auf den Weg. Dienstagmorgen sind nun zwei weitere Tornados aus Jagel in den Einsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geflogen. Da passt es nur ins Bild, dass die Maschinen um 9.30 Uhr eine halbe Stunde vor der ursprünglich geplanten Zeit abhoben. Der Grund war die bessere zeitliche Koordination mit dem Tankflugzeug. Während des vierstündigen Fluges aus Jagel zum Nato-Stützpunkt Incirlik in der Türkei werden die Tornados zweimal aufgetankt.

Der Einsatz in Syrien ist eine Reaktion auf die Terroranschläge in Paris im November 2015. Deutschland spricht offiziell nicht von einem Krieg, schickt aber Soldaten zur Unterstützung seiner Bündnispartner. Der Großteil der Truppe kommt aus Jagel im Kreis Schleswig-Flensburg.

Die am Dienstag von Jagel gestarteten Jets waren noch nicht mit dem digitalen Aufklärungssystem „RecceLite“ (Reconnaissance Litening Targeting Pod) ausgestattet. Dies sei bereits in der Türkei und werde vor Ort unter dem Rumpf der Maschinen befestigt, sagte ein Luftwaffen-Sprecher. Das System liefert mit seinen hochauflösenden elektro-optischen und Infrarot-Sensoren bei Tag und Nacht scharfe Bilder.

Mit der Überführung der beiden Tornados können am Freitag von der Türkei aus erste Aufklärungsflüge über Syrien und dem Irak beginnen. Am 12. Januar werden sich zwei weitere Aufklärungsjets  Richtung Türkei aufmachen, wie der Kontingentführer  in Incirlik, Brigadegeneral Andreas Schick, in einem Interview auf der Internetseite der Bundeswehr mitteilte. Auch sie sollen nach Informationen von shz.de aus Jagel stammen. Insgesamt sollen insgesamt jeweils bis zu sechs Jets aus Jagel und Büchel vor Ort sein. Sie werden regelmäßig nach etwa 200 Flugstunden ausgetauscht. Die beiden Maschinen, die bisher in der Türkei sind, werden wieder zurückgeflogen. Sie waren noch nicht mit dem Aufklärungssystem ausgestattet, sondern ausschließlich zum Training der technischen und fliegerischen Abläufe eingesetzt. „Auch die Vorbereitung gehört zum Einsatz“, betonte ein Luftwaffen-Sprecher. Die Soldaten bereiteten mit einer Reihe von Flügen zur Orientierung, Einweisung und Luftbetankung den Einsatz vor.

Bundeswehr in Syrien
Foto: dpa

Auch das Personal wird nach einer Zeit wechseln, allerdings sind die Einsatzzeiten unterschiedlich. Sei werden sich zwischen sechs Wochen und sechs Monaten bewegen. Bereits am Montag waren mehr als 100 Soldaten der Luftwaffe, darunter 79 vom Taktischen Luftwaffengeschwader 51 aus Jagel, mit einem Airbus von Hamburg aus zu ihrem Syrien-Einsatz gestartet. Neben Piloten, Technikern und Bodenpersonal sind darunter auch Fachleute, die das Bildmaterial der geplanten Aufklärungsflüge auswerten sollen. Mittlerweile sind etwa 200 deutsche Soldaten in Incirlik im Einsatz. Brigadegeneral Schick bezeichnete die Stimmung der Truppe in der Türkei als „gut“. Alle Soldaten gingen hochmotiviert und tatkräftig an ihre Aufgaben. „Ich glaube, es ist auch ein besonderes Kennzeichen von ersten Kontingenten – jeder zieht mit und sieht, wie sein Beitrag zum Gelingen des Ganzen beiträgt.“

Ein Tornado hebt am Dienstag vom Fliegerhorst in Jagel ab.
Ein Tornado hebt am Dienstag vom Fliegerhorst in Jagel ab. Foto: Petersen

Deutschland unterstützt die internationale Anti-IS-Koalition auch mit einem Tankflugzeug und einer Fregatte, die einen französischen Flugzeugträger sichert.

 

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erstellt am 05.Jan.2016 | 13:30 Uhr

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