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Politik

11. Dezember 2016 | 03:24 Uhr

Nato-Basis in der Türkei : Nach Putschversuch: Bundeswehr verstärkt Sicherheit in Incirlik

vom

Die Basis werde kurzfristig nur noch mit speziellen Flugzeugen angeflogen. Eine akute Gefährdung besteht laut Verteidigungsministerium aber nicht.

Berlin | Nach dem Putschversuch in der Türkei hat die Bundeswehr nach eigenen Angaben die Sicherheitsvorkehrungen für die auf der Nato-Basis Incirlik im Süden des Landes stationierten deutschen Soldaten verstärkt. Die Basis werde „kurzfristig und präventiv“ nur noch mit Flugzeugen angeflogen, die mit Systemen zur Verteidigung gegen Raketenangriffe ausgerüstet seien, bestätigte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam.

Von den in Incirlik stationierten Bundeswehrsoldaten kommen 131 aus Jagel in Schleswig-Holstein. Sie fliegen Aufklärungseinsätze über Syrien.

Die Bundeswehr habe sich damit entsprechenden Maßnahmen der USA und anderer Partner angeschlossen. Eine akute Gefährdung für die dort stationierten deutschen Soldaten bestehe nicht, betonte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin auf Anfrage.

Die türkische Regierung hatte nach dem gescheiterten Militärputsch vom 15. und 16. Juli tausende Militärs ihrer Posten enthoben. Zurzeit seien für die Zusammenarbeit in Incirlik wichtige türkische Stellen teilweise nicht besetzt und es fehlten Ansprechpartner, sagte der Sprecher weiter.

Bei der Operation „Counter Daesh“ - „Daesh“ ist die arabische Abkürzung des Namens der IS-Terrormiliz - sind derzeit 252 Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Davon sind 238 in Incirlik stationiert. Nach Angaben des Einsatzführungskommandos arbeiten die übrigen als Verbindungsoffiziere in Katar, Kuwait und Jordanien.

Bisher haben die Tornados 443 Einsatzflüge und das Tankflugzeug Airbus A310 189 Flüge unternommen. Im Durchschnitt gibt es nach früheren Angaben der Bundeswehr zwei Tornado-Flüge am Tag, das Tankflugzeug ist durchschnittlich einmal am Tag in der Luft. Seit die Türkei den Besuch von Bundestagsabgeordneten als Reaktion auf die Armenierresolution des Parlaments untersagt, mehren sich Stimmen in Deutschland, die deutschen Soldaten abzuziehen.

Nach dem Putschversuch war die Basis zeitweise von der Stromversorgung abgeschnitten und musste sich mit Stromgeneratoren behelfen. Es gab zudem Berichte, die türkische Basis habe auch eine nicht näher bezeichnete Rolle bei dem Putschversuch gespielt.

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erstellt am 03.Aug.2016 | 07:03 Uhr

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