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Politik

07. Dezember 2016 | 09:48 Uhr

Dänischer Einbürgerungstest : Ministerin Støjberg löscht die Frage mit der Olsen-Bande

vom

Inger Støjberg hat erkannt, dass die Eignung zum Dänen nicht vom Wissen über das Premierenjahr der Olsenbande abhängt.

Kopenhagen | Viel gestritten wird in Dänemark seit einigen Wochen darüber, was jemand über das Land wissen muss, um Staatsbürger zu werden. Nur 31,2 Prozent der knapp 2400 Anwärter hatten Anfang Juni den verschärften neuen Einbürgerungstest bestanden. Eine ganz besonders umstrittene Frage will Integrationministerin Inger Støjberg nun austauschen, berichten dänische Medien.

Die dänische Politik müht sich, das Land für Immigranten unattraktiv zu machen. Sollte die Venstre-Hardlinerin Støjberg die Fragen lockern, will die mächtige Oppositionspartei Dansk Folkeparti eine Obergrenze für neue dänische Staatsbürger einführen.


Die Teilnehmer mussten wissen, wann der erste Film der berühmten Olsenbanden-Reihe Premiere hatte: 1968, 1970 oder 1971? Mit der Frage erwischte der dänische Rundfunk sogar einen der Hauptdarsteller der Reihe auf dem falschen Fuß. „Daran kann ich mich noch nicht einmal selbst erinnern“, sagte Morten Grunwald, der in allen 14 Filmen den Ganoven „Benny“ verkörperte, dem Sender DR.

Die dänische Integrationsministerin Inger Støjberg machte auf harte Kante.
Die dänische Integrationsministerin Inger Støjberg machte auf harte Kante. Foto: Thomas Eisenkrätzer

Neben der viel zitierten Olsenbanden-Frage stehen laut Støjberg noch weitere Fragen auf dem Prüfstand. Man solle die Resultate analysieren, sagte die Ministerin für Ausländerfragen im DR-Radio. Fünf seien vielleicht zu schwer, allerdings hätten die Ergebnisse auch gezeigt, dass fünf andere offenbar zu leicht waren. An Schwierigkeitsgrad und Anzahl der Fragen gebe es nichts zu deuteln. Wer den Test nicht bestanden hätte, sei einfach schlecht vorbereitet gewesen. Parteikollegen von Venstre und die Sozialdemokraten hatten jüngst eine Lockerung der Tests gefordert.

Die erfolglosen Teilnehmer sollen weiterhin erst ein halbes Jahr später die Chance bekommen, die Prüfung zu wiederholen. Die Dansk Folkeparti wehrt sich komplett gegen eine Wiederholung. „Die Latte muss sehr hoch gehängt sein“, sagt deren integrationspolitischer Sprecher Martin Henriksen. „Wenn man Regeln verschärft, hat das auch zur Folge, dass man einige aussiebt.“ Das sieht auch Støjberg so, die darauf beharrt, dass 32 von 40 Fragen richtig beantwortet werden müssen. Wie sich zeigte, schaffen allerdings nur die wenigsten Dänen.

Machen Sie den Einbürgerungstest - natürlich auf dänisch.

Mit dpa

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erstellt am 06.Jul.2016 | 17:26 Uhr

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