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Politik

08. Dezember 2016 | 15:23 Uhr

Deutsche Soldaten und Tornados in der Türkei : Medienbericht: Bundeswehr bereitet Abzug aus Incirlik vor

vom

Es herrscht ein Besuchsverbot für deutsche Politiker auf dem Nato-Stützpunkt. Das Mandat läuft Ende Dezember aus - und soll nicht verlängert werden.

Berlin/Incirlik | Deutsche Soldaten und Tornados sind zurzeit auf dem Nato-Stützpunkt Incirlik in der Türkei stationiert. Sie fliegen im Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) Aufklärungsflüge über Syrien. Dooch nach „Spiegel“-Informationen bereitet sich die Bundeswehr bereits für einen möglichen Abzug vor. Derzeit werde geprüft, ob die „Tornados“ und die Tankflugzeuge von der Türkei nach Jordanien oder nach Zypern verlegt werden können. Dazu aber müssten die Aufklärungsmissionen wegen des Umzugs für mindestens zwei Monate unterbrochen werden, hießt es dem Magazin zufolge in Bundeswehr-Kreisen.

Nach der Armenien-Resolution des Bundestages im Juni hatte die Türkei einen Besuch von Bundestagsabgeordnenten untersagt. Von den knapp 240 deutschen Männern und Frauen in Incirlik kommen derzeit etwa 60 aus Jagel. Sechs Tornados sind in Incirlik stationiert, von denen aktuell zwei aus dem „Immelmann“-Geschwader in Kropp/Jagel stammen und vier aus dem Taktischen Luftwaffengeschwader 33 in Büchel (Rheinland-Pfalz).

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte allerdings am Donnerstag, sie sei gegen einen Abzug deutscher Truppen vom türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik. „Die Bundeswehr würde gerne den gemeinsamen Kampf gegen den IS von der Nato-Basis Incirlik aus fortführen“, sagte sie den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Dies liege nach wie vor im gemeinsamen Interesse Deutschlands und der Türkei. Auf die Frage, ob die Bundeswehr im Notfall auf einen schnellen Abzug vorbereitet sei, sagte die Ministerin: „Kluge militärische Planung sieht immer auch Ausweichmöglichkeiten vor.“

Inzwischen gibt es auch erste Abzugs-Forderungen von anderen Politikern. Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, machte dies deutlich und begründete seine Forderung mit dem Besuchsverbot für deutsche Abgeordnete. „Die Bundesregierung muss jetzt umgehend andere Standorte für die deutschen Soldaten abklären“, sagte Arnold dem „Spiegel“ laut einem Vorab-Bericht des Magazins.

Eine Verlängerung des Bundestagsmandats für den Einsatz der Bundeswehr in der Türkei im Rahmen der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz IS hält Arnold wegen des Besuchsverbots für „ausgeschlossen“. Das Mandat für die Mission der deutschen Aufklärungs-Jets und der Tankflugzeuge läuft dem Bericht zufolge im Dezember aus.

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erstellt am 25.Aug.2016 | 07:18 Uhr

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