zur Navigation springen

Politik

05. Dezember 2016 | 11:34 Uhr

Bundestagswahl 2017 : Medienbericht: Angela Merkel verschiebt Kanzlerkandidatur

vom

Im Herbst wollte die Bundeskanzlerin ihre Pläne zur Kandidatur 2017 verkünden. Doch die CSU macht ihr wohl einen Strich durch die Rechnung.

Berlin | Längst wollte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklären, dass sie zur Bundestagswahl im kommenden Jahr als Kanzlerkandidatin der Union wieder antritt. Doch mit ihrer Entscheidung lässt sie sich noch Zeit. Eine Verkündung solle es voraussichtlich erst im Frühjahr 2017 geben. Das berichtet Spiegel Online. Laut des Berichts sei die CSU Schuld an der Verschiebung. CSU-Chef Horst Seehofer wolle erst dann entscheiden, ob seine Partei eine Kandidatur von Merkel unterstützt.

Für ihre Kanzlerkandidatur braucht Angela Merkel die Rückendeckung der bayerischen Schwesterpartei CSU. Sonst drohen ihr und der CDU immenser politischer Schaden.

Laut Spiegel Online könnte eine neuerdings verschobene Kanzlerkandidatur für Angela Merkel problematisch werden, weil sie sich auf dem Essener CDU-Parteitag im Dezember für weitere zwei Jahre zur Vorsitzenden wählen lassen wolle. Das könne sie gegenüber ihrer Partei aber nur bei einer erneuten Kanzlerkandidatur vertreten. In Unionskreisen hieß es dazu am Samstag, bei dieser Darstellung handele es sich um frei erfundene Spekulationen.

Angela Merkel muss die Verkündung ihrer Pläne bereits zum zweiten Mal verschieben. Eigentlich wollte sie schon im vergangenen Frühjahr ihre Absichten erklären. Doch die Flüchtlingskrise und der daraus resultierende Streit mit der CSU durchkreuzten die Pläne. Die Kanzlerin entschied, bis zum Herbst zu warten.

CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat gelassen auf den Spiegel-Bericht reagiert. „Die Menschen erwarten, dass wir uns um die Probleme kümmern. Das tun wir. Das Sommerloch ist doch vorbei“, sagte Tauber am Samstag.

SPD-Vize Ralf Stegner hat mit Spott auf die angeblichen unions-internen Querelen um eine erneute Kanzlerkandidatur von Merkel reagiert. „Die Kandidatur von Angela Merkel hängt offenbar am seidenen Faden der Gnade von Horst Seehofer“, sagte Stegner. „Um den Stolz der CDU ist es längst geschehen, wenn über die Spitzenkandidatur der Union in München entschieden wird und ein Wahlkampf mit gemeinsamen Inhalten schwer vorstellbar ist.“ CDU und CSU seien tiefgreifend zerstritten. „Es gibt in der Union keine gemeinsame Linie, keine verlässlichen Absprachen, kein belastbares Vertrauen“, sagte Stegner. „Das zeigt auch, dass der Ausgang der Bundestagswahl offener ist denn je.“

Die SPD hat auch noch nicht entschieden, wen sie 2017 als Kanzlerkandidaten ins Rennen schicken will. Die Partei will die K-Frage im nächsten Jahr klären: Geplant ist, Anfang 2017 den Namen des Kandidaten zu nennen und auf einem Parteitag Ende Mai über die Personalie zu entscheiden.

Angela Merkel ist seit 2005 im Amt und damit Europas dienstälteste Regierungschefin. Die 62-Jährige regiert derzeit zum zweiten Mal in einer großen Koalition mit der SPD. Sollte sie erneut antreten, könnte sie Helmut Kohls Rekord-Kanzlerschaft von 16 Jahren einholen.

zur Startseite

von
erstellt am 27.Aug.2016 | 14:22 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen