zur Navigation springen

Politik

10. Dezember 2016 | 13:57 Uhr

Fünf Jahre nach Attentaten in Norwegen : Massenmord von Anders Behring Breivik: Opfer von Oslo und Utøya sind nicht vergessen

vom

77 Menschenleben hat Breivik auf dem Gewissen. Seine Tat galt der Sozialdemokratie. Am Jahrestag wurde der Opfer gedacht.

Oslo/Utøya | Fünf Jahre ist es her, dass der Massenmörder Anders Behring Breivik auf der norwegischen Insel Utøya und in Oslo 77 Menschen tötete. An vielen Orten in Norwegen ist am Freitag der Opfer gedacht worden. In der norwegischen Hauptstadt lasen Jugendliche die Namen der 77 Menschen vor, die der Massenmörder Anders Behring Breivik mit einer Bombe im Osloer Regierungsviertel und durch Schüsse in einem Sommerlager für Jugendliche getötet hatte.

<p>Ablauf der Anschläge in Oslo und Utoya am 22. Juli 2011 </p>

Ablauf der Anschläge in Oslo und Utoya am 22. Juli 2011

Foto: dpa
 

„Es tut so weh, die Liste mit den Namen zu hören“, sagte der Chef der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei (AUF), Mani Hussaini. „Es ist, als würde die Liste nie enden.“ Es waren vor allem Mitglieder der AUF, die am 22. Juli 2011 ums Leben kamen, während sie ein Sommerlager auf Utøya besuchten. 69 Menschen erschoss Breivik dort, das jüngste Opfer war 14 Jahre alt. Zuvor hatte der Attentäter eine Bombe im Osloer Regierungsviertel gezündet, durch die acht Menschen starben.

Gedenkfeier in Oslo

<p>Norwegens Premierministerin Erna Solberg bei der Gedenkfeier.</p>

Norwegens Premierministerin Erna Solberg bei der Gedenkfeier.

Foto: dpa

„Für die, die jemanden verloren haben, sind fünf Jahre nichts“, sagte Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg bei der Gedenkfeier. Die Spuren der Anschläge seien immer noch sichtbar - an dem Hochhaus in Oslo und auf Utøya. „Aber die größten Spuren sind in uns Menschen hinterlassen.“ Die Zeit heile nicht alle Wunden.

Im Osloer Regierungsviertel legen Ministerpräsidentin Erna Solberg (l) und das norwegische Kronprinzenpaar, Mette-Marit und Haakon, Kränze für die Brevik-Opfer nieder.
Im Osloer Regierungsviertel legen Ministerpräsidentin Erna Solberg (l) und das norwegische Kronprinzenpaar, Mette-Marit und Haakon, Kränze für die Brevik-Opfer nieder. Foto: Vegard Wivestad Groett
<p>Trauergottesdienst in der Kathedrale in Oslo.</p>

Trauergottesdienst in der Kathedrale in Oslo.

Foto: dpa

Bombenattentat in Norwegens Hauptstadt

Den Lieferwagen mit dem Sprengstoff hatte Breivik vor dem Gebäude geparkt, in dem sich auch das Büro des damaligen sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg befand. Gemeinsam mit vielen anderen stand der heutige Nato-Generalsekretär Stoltenberg am Freitag wieder vor diesem Hochhaus. „Menschen zu treffen, die den 22. Juli erlebt haben, einander Trost zu geben, das ist gut“, sagte Stoltenberg.

<p>Vor dem Regierungsgebäude in Oslo explodierte die Autobombe - acht Menschen starben.</p>

Vor dem Regierungsgebäude in Oslo explodierte die Autobombe - acht Menschen starben.

Foto: dpa
<p>Das Regierungsgebäude im neuen Glanz: Davor wird der Opfer gedacht. Unter den Gästen ist Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, der damals Ministerpräsident war.</p>

Das Regierungsgebäude im neuen Glanz: Davor wird der Opfer gedacht. Unter den Gästen ist Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, der damals Ministerpräsident war.

Foto: dpa

Breiviks Anschlag, für den er später zu 21 Jahren Haft und Sicherheitsverwahrung verurteilt wurde, galt der Sozialdemokratie, die Stoltenberg repräsentierte. Am späten Nachmittag wollten sich Angehörige auf Utøya gemeinsam an die Toten erinnern.

Das Attentat auf Utøya

Auf der Ferieninsel Utøya erschoss Breivik 69 Menschen.
Auf der Ferieninsel Utøya erschoss Breivik 69 Menschen. Foto: Lasse Tur

Die meisten Opfer beim Anschlag auf Utøya waren Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren, die auf der Insel ein Sommerlager der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei besuchten. Breivik schoss auch noch auf sie, als sie am Boden lagen oder durch das Wasser zu fliehen versuchten.

zur Startseite

von
erstellt am 22.Jul.2016 | 14:51 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen