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Politik

05. Dezember 2016 | 13:31 Uhr

Jahresbericht : Londoner Thinktank IISS: Die Weltordnung ist „besorgniserregend schwach“

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Denkfabrik warnt vor einer Schwächung internationaler Organisationen wie etwa der EU durch populistische und nationalistische Tendenzen.

London | Das Internationale Institut für Strategische Studien (IISS) in London hält die bisherige Weltordnung für gefährdet. Das geht aus dem Jahresbericht zur strategischen Weltlage der Denkfabrik hervor, die am Dienstag veröffentlich wurde.

Demnach untergraben populistische und nationalistische Entwicklungen die internationalen Mechanismen zur Konfliktlösung. „Die Fundamente der Weltordnung erscheinen besorgniserregend schwach“, sagte IISS-Direktor John Chipman einer Pressemitteilung zufolge.

Gründe dafür seien unter anderem der geplante Austritt der Briten aus der Europäischen Union (Brexit) und die Schwächung von Organisationen wie dem Golf-Kooperationsrat (GCC) und dem Verband Südostasiatischer Staaten (ASEAN).

Gleichzeitig habe es im vergangenen Jahr einen Trend zu Versuchen gegeben, Konflikte im nationalen Alleingang zu lösen. Dazu zählen die Experten das Eingreifen Russlands in Syrien, die Expansion Chinas im südchinesischen Meer und die Intervention Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate in den jemenitischen Bürgerkrieg. „Die Institutionen, die geschaffen wurden, um Krisen einzudämmen, werden umgangen oder erweisen sich als unzulänglich, mit dem Resultat, das Konfliktmanagement renationalisiert wird“, sagte Chipman.

Es braucht Vertrauen in die internationalen Institutionen

Kritisch sehen die Experten auch die wachsenden Spannungen zwischen Großmächten wie Russland und der Nato im Baltikum oder den USA und China im Pazifik. Es habe im vergangenen Jahr eine Phase der Spannungen, ähnlich wie im Kalten Krieg, gegeben.

Auch die globale Wirtschaftsordnung steht an einem Scheideweg, so die Forscher. Der geplante EU-Austritt Großbritanniens, Versuche, den US-Dollar als wichtigste Reservewährung abzulösen und der Abschluss weitreichender Freihandelsabkommen stellten die bisherige Ordnung infrage.

Verantwortliche in Politik und Wirtschaft müssten wieder Vertrauen in die internationalen Institutionen herstellen, fordern die IISS-Experten. Ansonsten setzte sich der besorgniserregende Trend zur Veränderung fort.

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erstellt am 27.Sep.2016 | 13:30 Uhr

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