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Politik

03. Dezember 2016 | 07:53 Uhr

Syrien-Einsatz : Lockere Schrauben im Cockpit: Tornados in Incirlik und Jagel bleiben am Boden

vom

„Das ist natürlich sehr ärgerlich. Aber es ist die richtige Entscheidung“, sagt Geschwaderkommodore Oberst Michael Krah.

Incirlik/Jagel | Der Tornado-Einsatz der Bundeswehr gegen die Terrormiliz Islamischer Staat ist wegen eines technischen Defekts an den Aufklärungsflugzeugen vorerst ausgesetzt. Alle sechs auf der türkischen Nato-Luftwaffenbasis Incirlik stationierten Maschinen müssen am Boden bleiben - wegen technischer Mängel an einem Bauteil des Tornados der modernsten Version ASST A3. Zwei der sechs Flugzeuge kommen vom Taktischen Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ aus Jagel.

Bereits Anfang des Jahres hatte es Probleme mit den Tornados in Incirlik gegeben: Damals blendete die Cockpitbeleuchtung der sechs Aufklärungsflugzeuge so stark, dass ein Einsatz nur tagsüber möglich war. Das Problem war durch ein Software-Update entstanden.

Auch auf dem heimischen Fliegerhorst erhielten sechs Maschinen ein Startverbot. „Das ist natürlich sehr ärgerlich. Aber es ist die richtige Entscheidung“, sagte Geschwaderkommodore Oberst Michael Krah. Denn sollten sich die Halteschrauben an dem betreffenden Bildschirm im Cockpit lösen und in der Maschine umherfliegen, könnten sie die Sicherheit des Flugzeugs und seiner Besatzung beeinträchtigen. Das Problem war am Mittwoch entdeckt worden – allerdings nicht in seinem Geschwader, wie Krah erklärte.

Der Kommodore ist selbst am Freitagvormittag dennoch geflogen. In Jagel stehen aktuell noch drei Maschinen der älteren Version, die noch nicht nachgerüstet worden sind, für den Übungsbetrieb zur Verfügung. Sie sind von dem technischen Problem nicht betroffen. Krah hofft, dass die Fehlerquelle übers Wochenende behoben werden kann und dann alle Tornados wieder abheben können.

Insgesamt muss fast jeder zweite Tornado-Kampfjet der Bundeswehr wegen der am Mittwoch festgestellten technischen Probleme am Boden bleiben. Die 39 modernsten der 85 Tornados der Bundeswehr seien betroffen, sagte ein Sprecher der Luftwaffe am Freitag. „Um jedwede Gefährdung für Personen und Material auszuschließen“, sei der Flugbetrieb dieser Maschinen ausgesetzt worden.

Nach dpa-Informationen handelt es sich bei der Panne um lockere Schrauben an einem Bildschirm im Cockpit der modernsten „Tornado“-Version ASST A3. Zwischen 1981 und 1992 hatte die Bundeswehr 357 „Tornados“ angeschafft. Inzwischen ist der Bestand - auch wegen der Beschaffung der moderneren „Eurofighter“-Jets - deutlich verkleinert worden.

Die Bundeswehr unterstützt von der Nato-Basis aus die Luftangriffe der Militärallianz im Kampf gegen den IS. Sie setzt dabei neben den sechs Tornado-Aufklärungsflugzeuge auch ein Tankflugzeug ein. Das Tankflugzeug ist nach Angaben der Bundeswehr nicht von dem Defekt betroffen und weiterhin im Einsatz.

Erst am Mittwoch hatten erstmals wieder Abgeordnete des Bundestags die deutschen Soldaten auf der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik getroffen. Die Regierung in Ankara hatte den Abgeordneten den Zugang zum Stützpunkt wegen der Armenier-Resolution des Bundestags monatelang untersagt.

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erstellt am 07.Okt.2016 | 10:25 Uhr

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