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Nach Besuch von Angela Merkel : Kommentar: Donald Trump ist ein „labiler Schaumschläger“

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Nach dem Lob bei der Pressekonferenz folgt der Tadel über Twitter. Dies sei schlechter Stil und so agiere ein „labiler Schaumschläger“, kommentiert Thomas Spang.

Washington | Das Nachtreten Donald Trumps gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel bestätigt, wie wenig Verlass auf den neuen US-Präsidenten ist. Die Halbwertzeit seiner Aussagen betragen genau einen Twitter-Zyklus.

Während er auf der Pressekonferenz im Weißen Hauses Merkel für ihre Anstrengungen bei den Verteidigungsausgaben lobte, suggerierte er in seinem morgendlichen Tweet aus Mara-a-Lago das Gegenteil. Deutschland schulde der NATO „riesige Summen“. Ungeachtet dessen sei das Treffen "GROßARTIG" gewesen.

 

So agiert kein seriöser Staatsmann, sondern ein labiler Schaumschläger. Schlimm genug, dass Trump keine 24 Stunden lang zu seinem Wort steht. Unverzeihlich aber ist die Ahnungslosigkeit mit der er so viel heiße Luft verbreitet.

Nein, weder Deutschland noch sonst ein NATO-Mitglied schuldet der USA irgendetwas. Die Partner haben sich 2014 in Wales verpflichtet binnen zehn Jahren zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung auszugeben. Berlin tut genau das.

Die Mitglieder zahlen auch keinen Tribut an die USA, sondern für ein Bündnis, das den Sicherheitsinteressen aller Beteiligten dient. Explizit auch denen der USA.

Mit seinem Nachtreten verstärkte Trump den Kontrast, der schon im Weißen Haus bei der Pressekonferenz spürbar war. Vor aller Welt ist nun klar, wer die die westliche Werte-Gemeinschaft führt und wer nicht. 

Der Präsident brachte nicht einmal die Größe zu einem Handschlag für die Kameras auf. Ob er Merkels dezente Nachfrage verstanden oder nicht - der Anstand hätte es in jedem Fall geboten. Mit schlechtem Stil lässt sich leben, mit Unzuverlässigkeit kaum. Deutschland und Europa bleiben gut beraten, bei diesem Präsidenten auf das Beste zu hoffen, aber für den Notfall zu planen.

Die Erhöhung der Verteidigungshaushalte sollte genutzt werden, die europäische Integration der Streitkräfte entschieden voran zu treiben. Europa kann seine Sicherheit nicht von den Launen Trumps abhängig machen. Das Verhalten des wankelmütigen Populisten nach der Abreise Merkels illustriert, wie bedenklich dies wäre.

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erstellt am 19.Mär.2017 | 17:03 Uhr

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