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Kraftfahrt-Bundesamt : KBA plant Teststrecke für Diesel auf Flugplatz in Leck

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im nordfriesischen Leck soll an der Landebahn des ehemaligen Nato-Geländes ein Prüflabor für Autos entstehen

Leck | Die Kritik am Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) war nach Bekanntwerden des VW-Dieselskandals groß. Das Behörde sei nicht Prüfinstanz, sondern der „Bettvorleger der Autoindustrie“, war ein häufig formulierter Vorwurf. Doch das KBA geht nun in die Offensive. Wie die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) dem sh:z exklusiv bestätigte, plant die Flensburger Behörde, die Landebahn auf dem alten Nato-Flugplatz in Leck (Kreis Nordfriesland) als eine eigene Teststrecke für Fahrzeuge zu nutzen.

Die Fläche auf dem insgesamt rund 330 Hektar großen Flugplatzareal in Südtondern wurde bereits von einem Arbeitskreis aus Vertretern der Bima, die die Liegenschaft für den Bund verwaltet, des KBA, der Wirtschaftsförderung Nordfriesland sowie der drei Gemeinden Leck, Klixbüll und Tinningstedt und einer Berliner Beratungsfirma unter die Lupe genommen.


Anzahl der Prüfer wird angehoben

Die 3000 Meter lange Landebahn böte gute Voraussetzungen für die Tests, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Ein weiterer Vorteil sei die Nähe des Flugplatzes zu Flensburg. Über die Details der Testverfahren wird offiziell noch geschwiegen. Nach Informationen unserer Zeitung sind die Einrichtung eines Prüflabors für Abgasmessungen und Ausrollversuche im Gespräch. Auch von einer Hindernisstrecke ähnlich einem „Elchtest“ ist die Rede.

In der Vergangenheit prüfte das KBA im Typgenehmigungsverfahren die Angaben über die Autohersteller ausschließlich in Papierform. Die Tests führten technische Dienstleister wie der Tüv oder die Dekra durch. Nun wird die Behörde selbst aktiv und baut eigene Prüftechnik auf.

Auch die Anzahl der Prüfer soll steigen. Von den insgesamt etwa 900 Mitarbeitern der Behörde gehören 160 der Abteilung Fahrzeugtechnik an. Als tatsächliche „Prüfer“ sind 13 Mitarbeiter angestellt. Für 2017 sieht der Plan eine deutliche Aufstockung auf 29 vor.

„Die Entscheidung endlich Dieselfahrzeuge unter realistischen Bedingungen zu prüfen, war überfällig, erklärte am Freitag der Landtagsabgeordnete Ekkehard Klug (FDP) nach einem Gespräch mit beteiligten Lokalpolitikern. Dass die Teststrecke in Leck entstehe und Verkehrsminister Alexander Dobrindt so schnell reagiere, gebe Hoffnung, dass der Minister den Norden auf dem Radarschirm habe und „unsere anderen wichtigen Probleme jetzt auch zügig löst“.

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erstellt am 08.Jul.2016 | 20:02 Uhr

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