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Politik

10. Dezember 2016 | 04:16 Uhr

10 Jahre Wikileaks : Julian Assange kündigt Enthüllungen bis zum Jahresende an

vom
Aus der Onlineredaktion

Am Vormittag gab Assange eine Erklärung ab. Er betonte, dass ohne Wikileaks Vieles im Dunklen geblieben wäre.

London | Wikileaks-Gründer Julian Assange hat eine Vielzahl neuer Veröffentlichungen für die kommenden Monate angekündigt. Geplant sei, in den nächsten zehn Wochen jede Woche neues Material zu publizieren, sagte Assange in einer Live-Videoübertragung nach Berlin. Er machte keine näheren Angaben dazu, um welche Art von Informationen es dabei gehen soll.

Für die Veranstaltung zum zehnten Jahrestag der Registrierung der Web-Adresse von Wikileaks waren auch Enthüllungen über US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton in Aussicht gestellt worden. Sie blieben aus. „Sie müssen verstehen, dass wenn wir etwas mit Bezug zu den Vereinigten Staaten veröffentlichen wollen, wir das nicht um drei Uhr nachts machen würden“, sagte Assange mit Blick auf den Ortszeit in den USA.

Assange hatte vor der Pressekonferenz angeblich angekündigt, mit seiner Botschaft die gesamte Wahlkampfkampagne Clintons zunichte machen zu können. Das hatte zuvor unter anderem Fox News berichtet.

Für Aufsehen hatte zuvor außerdem die Meldung gesorgt, die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton habe zu einem Drohnenangriff gegen den Wikileaks-Gründer aufgerufen. Wikileaks veröffentliche die entsprechende Textstelle bei Twitter:

Das Zitat „Can't we just drone this guy?“ lässt sich in etwa mit „Können wir diesen Typen nicht einfach mit einer Drohne ausschalten?“ übersetzen. Clintons Kampagnen-Manager habe nur zurückhaltend auf die Vorwürfe reagiert, heißt es auf der Seite washingtonexaminer.com.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte zudem im Juli mehrere 1000 E-Mails aus dem Wahlkampfteam von Hillary Clinton öffentlich gemacht. Die Nachrichten machen zum Teil deutlich, wie hart der Vorwahlkampf innerhalb der demokratischen Partei zwischen Clinton und ihrem Widersacher Bernie Sanders ausgefochten worden war. Parteichefin Debbie Wasserman Schultz bezeichnete einen Sanders-Vertrauten in einer Nachricht als „verdammten Lügner“.

Aus anderen Mails wird deutlich, wie sich die Demokraten bei ihren Parteispendern mit Zugang zu Partei-Partys und Freikarten für den Parteitag bedankten. Wikileaks bezeichnete die 20.000 Emails als „ersten Teil unserer neuen Serie Hillary Leaks“.

Assange zog die Wut der US-Behörden auf sich

Hintergrund für die Wut der US-Behörden auf Assange sind hunderttausende geheime Dokumente, die Wikileaks bereits in den vergangenen Jahren veröffentlicht hatte - unter anderem mehrfach interne Dokumente von US-Armee und -Behörden, die über das Vorgehen der US-Streitkräfte bei den Kriegen in Afghanistan und im Irak berichteten.

Assange droht deswegen ein Strafprozess in den USA. Die Veröffentlichung der Daten sorgte für ordentlichen Wirbel und löste Zorn bei der US-Regierung und Nato aus. Einige Journalisten in den USA forderten damals auch seine Hinrichtung oder gezielte Tötung durch Militär oder Geheimdienste. Nach eigenen Angaben entkam Assange durch seine Flucht einer Anklage und Verurteilung, möglicherweise der Haft oder sogar Todesstrafe in einem US-Gefängnis.

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erstellt am 04.Okt.2016 | 12:16 Uhr

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