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Atomunglück : Japanisches Gericht: Fukushima-Katastrophe war vermeidbar

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Das Gericht stellte eine Mitschuld des Staates am Atomunglück fest: Er habe sich der Nachlässigkeit schuldig gemacht.

Tokio | Ein japanisches Gericht hat eine Mitschuld des Staates am Atomunglück von Fukushima festgestellt. Das Bezirksgericht in Maebashi urteilte am Freitag, dass der japanische Staat und die Betreiberfirma des Unglücksreaktors sich der Nachlässigkeit schuldig gemacht hätten, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete.

In Deutschland kam es nach Fukushima zu einem Umdenken in der Energiepolitik. Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Kabinett setzten sich für einen Atomausstieg ein. Am 6. August 2011 trat das „13. Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes“ in Kraft, welches das Ende der Kernenergienutzung bis 2022 vorsieht.

Das Unglück sei „vermeidbar“ gewesen, befand das Gericht. Der Staat hätte seine Rolle als Regulator nutzen müssen, um den Energiekonzern Tepco zu Schutzvorkehrungen vor Tsunamis zu verpflichten. 137 Anwohner, die nach dem Atomunglück vom März 2011 ihre Wohnungen dauerhaft verlassen mussten, hatten geklagt und insgesamt 1,5 Milliarden Yen (12,3 Millionen Euro) Schadenersatz gefordert. Das Gericht sprach den Klägern 38,55 Millionen Yen (rund 316.000 Euro) zu, die von Staat und von Tepco zu zahlen seien.

Tepco zahlt Fukushima-Opfern derzeit 100.000 Yen (rund 820 Euro) im Monat. Menschen, die freiwillig ihre Häuser in der Region verlassen haben, erhielten einmalig 80.000 Yen. Am 11. März 2011 hatte im japanischen Fukushima eine fatale Flutwelle die Atomkatastrophe ausgelöst: Sie beschädigte unter anderem das Atomkraftwerk an der Ostküste. Etwa 19.000 Menschen kamen ums Leben oder werden bis heute vermisst, Hunderttausende flüchteten. Knapp 80.000 Evakuierte können aufgrund der radioaktiven Verstrahlung nicht in ihre Häuser zurück.

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erstellt am 17.Mär.2017 | 14:25 Uhr

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