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Politik

09. Dezember 2016 | 12:50 Uhr

Nickerchen am Öresund : Im Zug eingeschlafen: 19 Tage dänischer Knast für 70-jährigen Syrer

vom
Aus der Onlineredaktion

Ein in Schweden lebender Flüchtling will zu einer Hochzeit nach Malmö. Doch das führt im derzeitigen Europa zu Komplikationen, wenn man nicht beide Augen weit aufhält.

Kastrup/Kopenhagen | Fatale Folgen hatte eine Zugfahrt für einen 70-jährigen Syrer. Der Mann, der als Flüchtling in Schweden lebt, war im südschwedischen Kalmar in den Zug eingestiegen, um in Malmö an einer Hochzeit teilzunehmen. Im Zug schlief der Mann jedoch ein und verpasste so den geplanten Ausstieg in der Hafenstadt. Somit überquerte er im Zug die Öresundbrücke und wachte erst Endbahnhof Kastrup/Kopenhagen in Dänemark auf.

Die dänische Polizei verhaftete den älteren Herren und das Kopenhagener Stadtgericht schickte ihn in Untersuchungshaft. Nach zwei Tagen Haft wurde die Inhaftierung des tief unglücklichen und verwirrten Mannes sogar noch verlängert, so Lise Holten, die den Syrer als Anwältin vertritt. Zwar hatte er einen schwedischen Asylausweis bei sich, doch das beeindruckte die dänische Polizei offenbar nicht. Erst nach 19 Tagen Aufenthalt in der Haftanstalt Vridsløse, wo er 23 Stunden pro Tag in seiner Zelle sitzen musste, durfte der Migrant wieder nach Schweden. Da waren die Flitterwochen lange vorbei.

Laut der Anwältin wurde die Inhaftierung mit dem Argument begründet, der Grenzübertreter hätte flüchten können, bevor er nach Schweden zurückgeführt wird. Inzwischen stellte das Ausländercenter der Polizei fest, das es keine juristischen Voraussetzungen gegeben habe, den Syrer in Haft zu halten. Die Anwältin fordert nun Schadenersatz. Es habe sich zudem nicht um einen Einzelfall gehandelt.

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erstellt am 06.Mai.2016 | 17:09 Uhr

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