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Politik

06. Dezember 2016 | 23:01 Uhr

Zeitzeuge : Holocaust-Überlebender Max Mannheimer mit 96 Jahren gestorben

vom

Wie kaum ein Zweiter kämpfte er gegen das Vergessen an. Für sein Wirken wurde er mit mehreren Auszeichnungen geehrt.

Trauer um Max Mannheimer: Der Holocaust-Überlebende ist im Alter von 96 Jahren in einer Münchner Klinik gestorben. Dies teilte die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, Gabriele Hammermann, am Samstag mit. Wie kein Zweiter habe sich Mannheimer mit seiner ganzen Person eingebracht, um gegen das Vergessen anzukämpfen und gleichzeitig als Versöhner aufzutreten. Mannheimer sei am Freitagnachmittag gestorben.

Mannheimer vor dem Eingang des ehemaligen Konzentrationslagers in Dachau. Er war Vorsitzender der Lagergemeinschaft, in der die Überlebenden organisiert sind.
Mannheimer vor dem Eingang des ehemaligen Konzentrationslagers in Dachau. Er war Vorsitzender der Lagergemeinschaft, in der die Überlebenden organisiert sind. Foto: dpa

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte Mannheimer. „Wir schulden ihm Dank“, twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert. Mannheimer sei ein „Mahner gegen das Vergessen und großer Versöhner“ gewesen. Als „schmerzlichen Verlust“ bezeichnete Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) den Tod des Holocaust-Überlebenden. „Er wird uns allen fehlen“, sagte Seehofer laut Mitteilung. Mit leidenschaftlichem Engagement habe Mannheimer eine Brücke gerade zu jungen Menschen gebaut.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter betonten, Mannheimer sei ein wichtiger Zeitzeuge der Nazi-Verbrechen gewesen. „Es ist unsere Aufgabe, diese Erinnerungen an die Grausamkeiten des Nazi-Regimes wach zu halten.“ Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sagte, Deutschland verliere Deutschland „eine tief beeindruckende, herausragende Persönlichkeit“. Zeitzeugen-Stimmen wie die Mannheimers hätten „großen Anteil an der Erinnerungskultur, die Deutschland mühsam erlernt hat“.

Die jüdische Familie Mannheimer aus Mähren im heutigen Tschechien geriet trotz Flucht in die Hände der Hitler-Schergen. Sie wurde ins Konzentrationslager Theresienstadt und von dort nach Auschwitz-Birkenau gebracht. Mannheimer verlor fast seine ganze Familie. Er selbst war mehr als zwei Jahre in Konzentrationslagern gefangen, ehe er wenige Tage vor Ende des Zweiten Weltkrieges von US-Soldaten befreit wurde.

Es wurde seine Lebensaufgabe, öffentlich gegen Rechtsradikalismus und Antisemitismus zu kämpfen. Unermüdlich engagierte er sich seit den 1980er Jahren als Zeitzeuge für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Mannheimer engagierte sich in der Lagergemeinschaft Dachau und war seit 1988 deren Vorsitzender.

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erstellt am 24.Sep.2016 | 14:31 Uhr

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