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Steigender Schwerlastverkehr auf der A7 : Heikler Rekord: Lkw-Boom auf der Rader Hochbrücke

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nirgends in SH hat der Schwerverkehr so stark zugenommen wie auf der A7 über dem Nord-Ostsee-Kanal – heute berät die Politik über die Folgen.

Rendsburg | Heikler Rekord für die Rader Hochbrücke auf der A7 bei Rendsburg: Nirgends in Schleswig-Holstein hat der Schwerverkehr zuletzt so stark zugenommen wie auf der stark verschlissenen Autobahnbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal. Das ergibt eine Sonderauswertung der neuen Verkehrszählungsdaten des Bundes durch den sh:z.

Experten gehen davon aus, dass die alte Brücke noch höchstens neun Jahre genutzt werden kann. Bereits jetzt gilt auf der maroden Autobahnbrücke für Lastwagen Tempo 60. Die Anlieger in den umliegenden Gemeinden befürchten jedoch auch mehr Lärm, wenn dort noch mehr Autos fahren.

Demnach stieg zwischen 2010 und 2015 die Zahl der Lastwagen und Busse, die täglich die Rader Hochbrücke überqueren, um 2426 auf 7751. Aufs Jahr gerechnet heißt das: Nicht mehr zwei Millionen Lkw und Busse fahren jährlich über die bröckelnde Brücke, sondern mittlerweile fast drei Millionen. Stärker war die absolute Zunahme nicht mal auf den hochfrequentierten Autobahnabschnitten um Hamburg (siehe Tabelle). Die Gesamtzahl aller Autos auf der Kanalbrücke hat, wie berichtet, ebenfalls deutlich zugenommen – von 15,5 Millionen auf fast 20 Millionen im Jahr.

Lkw-Verkehr: Die stärksten Zuwachszahlen im Land (Quelle: Bundesanstalt für Straßenwesen)

Zunahme täglicher Fahrzeuge über 3,5 Tonnen von 2010 bis 2015
A7 Rader Hochbrücke + 2426 + 46 %
A23 Tornesch - Pinneberg-Nord + 2121 + 78 %
A23 Pinneberg-Nord - Pinneberg-Mitte + 1518 + 41 %
A1 Stapelfeld - Barsbüttel + 1359 + 15 %
A23 Elmshorn - Tornesch + 1246 + 41 %
A7 AK Rendsburg - Warder + 1152 + 21 %
A23 Halstenbek/Rellingen - Krupunder + 1124 + 29 %
A23 Pinneberg-Süd - Halstenbek/Rellingen + 1017 + 23 %
A24 Talkau - Hornbek +948 + 19 %
A7 Bordesholm - AD Bordesholm + 948 + 17 %

Auch prozentual ist das Wachstum des Schwerverkehrs auf der Rader Hochbrücke ungewöhnlich hoch: Mit einem Plus von 46 Prozent liegt sie auf Platz zwei unter den vielbefahrenen Strecken im Land. Nur auf der A23 zwischen Tornesch und Pinneberg war die relative Zunahme der Lkw- und Bustouren noch höher. Woran der starke Anstieg des Verkehrs auf der A-7-Hochbrücke liegt und inwieweit er etwa auf die Sanierungsarbeiten am Rendsburger Kanaltunnel und mögliche Ausweichfahrten zurückzuführen ist, lässt Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer gerade untersuchen.

Die neuen Zahlen sind umso brisanter, als die Rader Hochbrücke ohnehin schon stark heruntergekommen ist. Zwar beteuert Meyer, dass die Brücke trotz der höheren Belastung noch sicher ist. Doch könnte das unerwartet hohe Schwerverkehrswachstum bedeuten, dass Ausbesserungen, wie sie aktuell noch bis morgen laufen, künftig viel öfter nötig sind und zu Behinderungen für Autofahrer führen. In der zweiten Hälfte dieses Jahres sind bereits Arbeiten am Asphalt geplant. Auch sollen Teile der Stahlkonstruktion verstärkt werden.

In neun Jahren muss dann ohnehin ein neues Bauwerk stehen. Länger hält die Rader Hochbrücke nach Einschätzung von Experten nicht mehr. Strittig ist jetzt angesichts des stark gestiegenen Verkehrs aber wieder, ob die neue Brücke nicht doch sechsspurig gebaut werden soll statt nur vierspurig wie bisher vom Bund geplant. Während der Kieler SPD-Minister Meyer einen sechsspurigen Ersatzbau fordert, will sein CSU-Bundeskollege Alexander Dobrindt bei der vierspurigen Variante bleiben. Heute befasst sich der Wirtschaftsausschuss des Landtags mit dieser Frage und den Problemen bei der Rader Hochbrücke.


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