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Sendung an Wolfgang Schäuble : Griechische Autonome bekennen sich zu Briefbombe ans Bundesfinanzministerium

vom

In der Poststelle des Bundesfinanzministeriums wird eine explosives Paket entdeckt. Sprengstoff-Experten rückten an.

Berlin/Athen | Die griechische linke Autonome Untergrundorganisation „Konspiration der Feuerzellen“ will die Briefbombe an die Poststelle des Bundesfinanzministeriums geschickt haben. „Wir übernehmen die Verantwortung für die Entsendung der Paket-Attrappe an den Finanzminister Deutschlands“, hieß es in einer Erklärung der Autonomen im Internet vom Donnerstag.

Die Polizei äußerte sich zunächst nicht zu der Frage, ob die Erklärung echt sei. Die Autonomen erklärten sich in der Mitteilung solidarisch mit in Griechenland verurteilten Mitgliedern ihrer Organisation sowie anderer gleichgesinnter Organisationen im Ausland.

Im Berliner Bundesfinanzministerium ist in der Poststelle ein gefährliches Paket mit einem explosiven Gemisch und scharfem Zünder entdeckt worden. Das sogenannte Blitzknallgemisch hätte laut Polizei beim Öffnen zu erheblichen Verletzungen führen können. Das Paket wurde nach Angaben der griechischen Regierung in Athen verschickt, als Absender wurde der stellvertretende Chef der konservativen Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND) genannt.

Mitarbeiter der Poststelle hatten das Paket geröntgt und Alarm geschlagen. Den Zünder entschärften Spezialisten daraufhin noch in der Poststelle, den Rest des Pakets machten sie auf einem Sprengplatz der Polizei unschädlich. Verletzt wurde niemand. Ob das Paket an Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) adressiert war, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Die „Bild“-Zeitung und die „B.Z“ berichteten, es sei direkt an den Minister adressiert gewesen.

Am Mittwochabend berichtete eine Sprecherin der Ministeriums für Bürgerschutz in Athen, dass die deutschen Behörden mit den griechischen Kollegen Kontakt aufgenommen hätten. Nach ihren Angaben habe es sich nicht um ein Paket, sondern um einen dicken Umschlag gehandelt, als Absender habe der Name des stellvertretenden ND-Chefs Adonis Georgiadis auf dem Umschlag gestanden, sagte die Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Georgiadis bestätigte das über den Kurznachrichtendienst Twitter. „Es ist kein Witz, es ist leider wahr“, twitterte er. Der „Bild“-Zeitung sagte er: „Der oder die Terroristen haben wohl meinen Namen genommen, weil ich in Griechenland als Freund von Herrn Schäuble gelte.“

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des Athener Bürgerschutzministeriums erfuhr, erwarten die Experten in Griechenland Informationen aus Berlin darüber, wie Sprengstoff und Zünder miteinander verbunden waren. Dies würde Hinweise darauf geben, welche Untergrundorganisation das Paket verschickt haben könnte. Es wurde zudem untersucht, wo das Paket aufgegeben wurde.

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Briefbombe aus Athen verschickt wurde: Mitglieder dieser griechischen Untergrundorganisation, der „Konspiration der Feuerzellen“, hatten mehrere Paketbomben darunter auch an Bundeskanzlerin Angela Merkel und den damaligen italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi verschickt. Sie waren im März 2011 in Athen festgenommen worden.

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erstellt am 16.Mär.2017 | 08:58 Uhr

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