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Politik

09. Dezember 2016 | 00:58 Uhr

Interview : Geo-Experte: Weitere Erdbeben in Fukushima wahrscheinlich

vom

Tausende Japaner mussten sich in Schutzräumen und Anhöhen in Sicherheit bringen: Ein Erdbeben hat die krisenbehaftete Region um Fukushima in Alarm versetzt. Fünfeinhalb Jahre zuvor löste ein größeres Erdbeben einen tödlichen Tsunami aus.

Erneut hat ein Erdbeben die Krisenregion Fukushima erschüttert. Erinnerungen werden wach an das schwere Beben am 11. März 2011, das einen Tsunami ausgelöst und schwere Verwüstungen verursacht hatte. Das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi wurde schwer beschädigt, es kam zu Kernschmelzen. Diesmal kamen die Bewohner am Morgen (Ortszeit) in Japan relativ glimpflich davon.

Aus Sicht eines Geologen dürfte das jüngste Ereignis jedoch nicht das letzte in der Region gewesen sein. Nach Einschätzung von Torsten Dahm, Sektionsleiter Erdbeben und Vulkanphysik am Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam, könnte die Erde auch in nächster Zeit wieder beben.

Welche Anzeichen gibt es, dass das neuerliche Erdbeben in Fukushima mit dem schweren Beben von 2011 zusammenhängt, bei dem Tausende Menschen starben?

Dahm: Es gibt Hinweise darauf hin, dass es in der Oberkruste entstanden ist und sich eventuell durch Spannungsumlagerung durch frühere starke Beben aufgebaut hat. Das Beben fand in der Nähe des schweren Erdbebens von 2011 statt. Da dieses Beben relativ stark war, ist es durchaus möglich, dass es sich diesmal um ein Nachbeben handelt, mit Sicherheit können wir das aber nicht sagen.

Wenn es einen Zusammenhang zur Katastrophe von 2011 gibt, warum ist die Region diesmal relativ unbeschadet davongekommen?

Der Hauptgrund ist, dass das Beben der Stärke 7 diesmal deutlich schwächer war. Es lag in einem Bereich, der nicht vergleichbar ist mit dem Beben von 2011, das damals eine Stärke von 9 hatte.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Beben und einem Nachbeben?

In der Wissenschaft definiert man ein Nachbeben als Erdbeben, das nach einem stärkeren Hauptbeben auftritt. Es gibt allerdings auch Beben, die gleich stark wie Hauptbeben werden können oder sogar stärker. In diesem Fall würde man es als neues Hauptbeben bezeichnen und alle Beben, die davor waren, Vorbeben nennen.

Immer wieder ist Japan betroffen. Warum ist das so?

Die Erdbeben vor Japan kommen dadurch zustande, dass die Pazifische Platte sich auf Japan zubewegt und unter Japan abtaucht. Dadurch entstehen immer wieder Spannungen, die regelmäßig durch Erdbeben abgebaut werden. Auch nach diesem Beben ist damit zu rechnen, dass es Nachbeben gibt, die durch dieses Ereignis ausgelöst werden.

US-Erdbebenwarte NOAA zu Beben in Japan

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erstellt am 22.Nov.2016 | 12:44 Uhr

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