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Politik

23. März 2017 | 13:23 Uhr

Hauptstadtflughafen in Berlin : Führungswechsel am BER: Mühlenfeld geht – Lütke Daldrup kommt

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Ärger um den BER reißt nicht ab. Nun geht Chef Karsten Mühlenfeld. Sein Nachfolger kommt aus der Politik.

Berlin | Der Berliner Flughafenchef Karsten Mühlenfeld verlässt vorzeitig das Unternehmen. Er habe eine Vertragsauflösung unterschrieben, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Aufsichtsratskreisen. Zuvor hatte der „Tagesspiegel“ darüber berichtet. Nachfolger wird der Berliner Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup. Zudem verlässt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) den Aufsichtsrat des Unternehmens, wie dieser am Montag ankündigte.

Die Eröffnung des drittgrößten deutschen Flughafens ist seit dem ersten Termin 2011 fünf Mal verschoben worden, weil Fehlplanung, Baumängel und immer neue Technikprobleme das Projekt verzögern. Die Berliner Altflughäfen Tegel und Schönefeld sind in die Jahre gekommen und arbeiten teilweise am Limit.

Mühlenfeld war 2015 als Nachfolger von Hartmut Mehdorn nach Berlin gekommen. Zuletzt hatte er sich mit dem Aufsichtsrat überworfen, indem er den Technikchef auf der Baustelle für den neuen Hauptstadtflughafen auswechselte, obwohl die Kontrolleure dagegen waren.

Der Bund und Berlin sahen das Vertrauensverhältnis daraufhin erschüttert. Sie waren aber in der Nacht zum vergangenen Donnerstag im Aufsichtsrat damit gescheitert, Mühlenfeld zu entlassen. Der Mit-Eigentümer Brandenburg hatte sich in der Sondersitzung noch gegen Mühlenfelds Entlassung gesperrt, signalisierte am Wochenende aber bereits Kompromissbereitschaft.

„Alle sind sich einig, dass eine zügige Inbetriebnahme des BER im Vordergrund stehen muss“, hatte Regierungssprecher Florian Engels am Sonntag mitgeteilt. Einer Ablösung von Mühlenfeld könne Brandenburg nur zustimmen, „wenn es eine fachlich qualifizierte direkte Nachfolge gibt“. Die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund sind gemeinsam Eigentümer des Unternehmens, das den krisenbehafteten Berliner Großflughafen baut.

Die Eröffnung des Flughafens ist seit dem Baubeginn im Jahr 2006 schon fünf Mal verschoben worden. Inzwischen ist das Projekt gut fünf Jahre in Verzug. Grund sind Technikprobleme, Fehlplanungen und Baumängel. Aber auch Personalwechsel führten wiederholt zu Verzögerungen.

Mit der Ablösung Mühlenfelds gibt es nach zwei Jahren den nächsten Führungswechsel bei dem politisch umkämpften Flughafen-Projekt. Airlines hatten zuvor davor gewarnt, sich von Mühlenfeld zu trennen. Sie fürchten weitere Verzögerungen an dem Flughafen.

Mühlenfelds Nachfolger wird der vierte Flughafenchef seit dem Baubeginn des BER 2006. Rainer Schwarz hatte wegen der geplatzten Eröffnung 2012 und des Krisenmanagements danach 2013 seinen Hut nehmen müssen. Sein Nachfolger Hartmut Mehdorn blieb bis März 2015 zwei Jahre lang am BER. Er trat nach Konflikten mit dem Aufsichtsrat zurück.

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erstellt am 06.Mär.2017 | 14:13 Uhr

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