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Präsidentschaftswahlen : Frankreichs Ex-Premier de Villepin fordert Fillon zum Rückzug auf

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Politiker aus den eigenen Reihen schlagen Ex-Premierminister Alain Juppé als Ersatzkandidaten vor.

Paris | Der frühere französische Premierminister Dominique de Villepin hat den angeschlagenen Präsidentschaftskandidaten François Fillon zum Rücktritt aufgefordert. Beide gehören zum konservativen Lager. „Er kann nicht mehr Kandidat sein, weil er keinen inhaltlichen Wahlkampf mehr führen kann, um seine Ideen und ein republikanisches und demokratisches Ideal zu vertreten“, sagte de Villepin am Freitag im Sender Europe1.

Frankreich gerät aus den Fugen bei den Vorwahlen für die Präsidentschaftskandidatur. Nicht nur Fillon muss sich vor der Justiz erklären, sondern auch Marine Le Pen steht einer Strafverfolgung bevor.

Der Republikaner Fillon steht wegen des Verdachts einer Scheinbeschäftigung seiner Frau Penelope auf Parlamentskosten unter Druck. Die Justiz ermittelt wegen des Verdachts der Hinterziehung öffentlicher Mittel. Nachdem Fillon am Mittwoch angekündigt hatte, trotz einer Vorladung durch Ermittlungsrichter seinen Wahlkampf fortzusetzen, sind eine Reihe von Politikern aus den eigenen Reihen von ihm abgerückt und bringen Ex-Premierminister Alain Juppé als Ersatzkandidaten ins Spiel.

De Villepin war Chefstratege des Präsidenten Jacques Chirac, während Fillon in der Zeit der Präsidentschaft von Chiracs innerparteilichem Widersacher Nicolas Sarkozy Premierminister war. De Villepin übt keine politische Funktion mehr aus. In einem Gastartikel für die Zeitung „Le Figaro“ schrieb er, Fillon führe sein Lager in den Abgrund.

Fillons enger Verbündeter Bruno Retailleau, Fraktionschef der konservativen Republikaner im Senat, verteidigte den Kandidaten. „Es gibt keinen Plan B, das will ich meinen Freunden sagen“, betonte er im Sender Europe1. Er wiederholte den Vorwurf des „Versuchs einer politischen Ermordung“ Fillons.

Francois Fillon (l) und Alain Juppe Ende November  2016 in Paris bei einer TV-Debatte vor der Entscheidung der Repulikanischen Partei für die Kandidatur zum französischen Präsidenten.
Francois Fillon (l) und Alain Juppe Ende November  2016 in Paris bei einer TV-Debatte vor der Entscheidung der Repulikanischen Partei für die Kandidatur zum französischen Präsidenten. Foto: Eric Feferberg/Pool/AFP/POOL/dpa
 

Frankreichs Ex-Premierminister Alain Juppé ist nach Angaben aus seinem Umfeld bereit, bei einem Verzicht des Konservativen François Fillon als Präsidentschaftskandidat einzuspringen. Juppé werde nicht kneifen, falls Fillon zurückziehe, zitierte die französische Nachrichtenagentur AFP Juppés Entourage am Freitag. Zweite Bedingung sei die einhellige Unterstützung seiner Partei Die Republikaner.

Juppé hatte im November ebenfalls bei der Vorwahl für die Präsidentschaftskandidatur des bürgerlichen Lagers kandidiert, aber gegen Fillon den Kürzeren gezogen. Seit Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Fillon war immer wieder darüber spekuliert worden, ob Juppé ein „Plan B“ sein könnte. Der erste Wahlgang der französischen Präsidentenwahl findet am 23. April statt.

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erstellt am 03.Mär.2017 | 12:32 Uhr

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