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Politik

10. Dezember 2016 | 13:51 Uhr

Kurzporträt : FBI-Chef James Comey: Der E-Mail-Ermittler

vom

James B. Comey erregt schon durch seine Statur Aufsehen. 2,03 Meter ist der Chef der US-Bundespolizei FBI groß. In den vergangenen Tagen machte er Schlagzeilen, weil es neue Entwicklungen in der E-Mail-Affäre der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton gab.

Comey musste sich mit Vorwürfe herumschlagen, er habe Einfluss auf den Wahlkampf nehmen wollen. Er war Republikaner, als der demokratische Präsident Barack Obama ihn 2013 als Direktor der Bundespolizei FBI nominierte. Er hat sich aber über Jahre hinweg als unabhängige Stimme einen Namen gemacht.

Comey wurde am 14. Dezember 1960 in Yonkers (New York) geboren. Er schloss sein Jurastudium 1985 an der University of Chicago ab. Comey trug als Staatsanwalt für Virginia Experten zufolge erheblich zum Rückgang der hohen Mordquote in dem Bundesstaat bei.

Internationale Aufmerksamkeit erregte der verheiratete Vater von fünf Kindern 2001, als er die Anklage wegen des Terroranschlags auf den Wohnkomplex Khobar Towers in Saudi-Arabien vorantrieb. Dort waren fünf Jahre zuvor 19 Amerikaner getötet worden.

Später wurde Comey Staatsanwalt in der Metropolregion New York und dann Vizejustizminister. US-Medien beschreiben eine denkwürdige Szene am Krankenbett seines damaligen Chefs John Ashcroft. Hohe Beamte der Bush-Regierung versuchten im Jahr 2004, Comey als kommissarischen Ministeriumschef zu umgehen und vom kranken Ashcroft Lauschangriffe auf Verdächtige ohne richterlichen Beschluss genehmigen zu lassen. Trotz großen politischen Drucks verhinderte Comey dies.

2005 wechselte Comey zum Rüstungskonzern Lockheed Martin, danach zu einem Hedgefonds. Er lehrte Recht an der Eliteuniversität Columbia in New York, als ihn Obama als FBI-Direktor nominierte. Später gab er an, mittlerweile parteilos zu sein.

Zum Abschluss von FBI-Ermittlungen zur E-Mail-Affäre von Clinton bescheinigte Comey ihr im Juli 2016 zwar extreme Sorglosigkeit, empfahl aber keine Anklage. Ende Oktober teilte er dem Kongress mit, es seien E-Mails gefunden worden, die für die eigentlich beendete Untersuchung von Bedeutung sein könnten. Deren Prüfung habe nichts Neues ergeben, erklärte er schließlich nur zwei Tage vor der Wahl.

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erstellt am 08.Nov.2016 | 11:42 Uhr

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