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Politik

11. Dezember 2016 | 12:52 Uhr

US-Wahl um Donald Trump und Hillary Clinton : Experte vor dem dritten TV-Duell: „Clinton braucht richtige Kracher“

vom

Wie sollten sich die Präsidentschaftskandidaten heute Nacht geben? Eine Experte hat Tipps.

Las Vegas | Im US-Wahlkampf steht TV-Duell Nummer drei an. Der Politologe Aaron Kall von der Universität Michigan hat sich auf diese Auseinandersetzungen spezialisiert. Im Gespräch sagt Kall, was er den Kandidaten raten würde.

Wenn Sie Donald Trump Tipps geben müssten, wie sähen die aus?

Trump war in der zweiten Debatte viel besser als in der ersten. Er war einfach vorbereitet. Er sollte angriffslustig bleiben, aber einen laserscharfen Fokus auf Clintons Schwächen haben - ihre E-Mails, mögliche Korruption - und die lange zurückliegenden Skandale der Clintons vermeiden. Die Wähler schauen lieber nach vorne. Trump hat angesichts der Umfragen nichts zu verlieren. Er sollte es aber nicht überreißen. Eine solide Performance könnte seinem Wahlkampf gut tun.

Was sollte Clinton tun?

Sie will vermutlich auf einem sicheren Pfad Richtung Wahlsieg gleiten, aber ich fand sie schon in der zweiten Debatte zu risikoscheu. Sie hat Trump einfach zu viel durchgehen lassen. Sie muss sich nicht auf jede Auseinandersetzung einlassen, sollte sich aber ein paar Punkte herauspicken, wo sie ihn aus seiner ständigen Offensive herausholt. Außerdem braucht sie mal ein paar frische Ideen und richtige Kracher. Die meisten ihrer Sprüche sind mittlerweile abgenutzt.

Wie groß ist der mögliche Einfluss dieser dritten Debatte?

In dieser letzten Debatte können die Kandidaten nochmals ganz klar ihren Punkt machen, auch wenn die Zuschauerzahlen vor Wahlen von Debatte zu Debatte abnehmen. Nicht mehr viele, aber einige Wähler sind noch unentschieden. Wenn die Kandidaten also noch irgendwelche knackigen Ideen oder eine neue Agenda haben, sollten sie sie in dieser Nacht auf den Tisch packen - oder bis zur Wahl schweigen. Die Uhr tickt.

Zur Person: Aaron Kall ist Politikwissenschaftler an der Universität Michigan. Er ist Autor zahlreicher Analysen und einiger Bücher, in denen er sich mit den Debatten vieler US-Präsidentschaftskandidaten befasst hat.

Rückblick: Was ist von den ersten TV-Debatten geblieben?

Erste Debatte, 27. September, Hempstead:

Der Republikaner Trump hat einen ordentlichen Beginn und setzt der Demokratin Clinton zu. Dann verliert er den Faden und wird aggressiv.

Eine sachliche, professionelle Clinton ist eindeutige Siegerin, auch in allen maßgeblichen Umfragen.

Einzige Debatte der Vize-Anwärter, 5. Oktober, Farmville:

Der Republikaner Mike Pence ist klarer Sieger der Auseinandersetzung mit Tim Kaine, der viel zu aufgedreht wirkt. Aber ob Pence daraus Kapital schlagen kann? Seine Distanzierung von Russland jedenfalls holt sein Chef in der drauf folgenden Debatte sofort zurück.

Zweite Debatte, 10. Oktober, St. Louis:

Offene Bühne, eine Art offene Feldschlacht. Persönliche Vorwürfe, ein tigernder Trump, Clinton ohne Durchschlagskraft und eine Auseinandersetzung auf sehr niedrigem Niveau. In einem Tiefpunkt der politischen Kultur der USA wird ein Zuschauer zum Helden - er stellt eine schlichte, sachliche Frage zur Energiepolitik.

 

In der Nacht zu Donnerstag (3 Uhr/MESZ) duellieren sich Trump und Clinton im letzten TV-Duell vor der Wahl am 8. November. Verfolgen können Sie es in unserem Liveblog:

 
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erstellt am 19.Okt.2016 | 07:54 Uhr

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