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Politik

23. März 2017 | 07:07 Uhr

Präsident der Türkei : Erdogan wirft Niederländern Massaker von Srebrenica vor

vom
Aus der Onlineredaktion

Ministerpräsident Mark Rutte bezeichnet die Völkermord-Vorwürfe als „widerliche Geschichtsverfälschung“. Die Behauptungen seien unerträglich.

Istanbul | Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat den Niederlanden im Streit um die Auftrittsverbote seiner Minister das Massaker im bosnischen Srebrenica angelastet. „Wir kennen Holland und die Holländer noch vom Massaker von Srebrenica“, sagte Erdogan am Dienstag bei einer Veranstaltung in Ankara. „Wie verdorben ihre Natur und ihr Charakter ist, wissen wir daher, dass sie dort 8000 Bosniaken ermordet haben.“

Am 16. April sollen die Türken über eine Verfassungsreform abstimmen. Sie würde die Machtbefugnisse von Staatspräsident Erdogan massiv ausweiten. Weil die Niederlande den türkischen Ministern Auftritte in ihrem Land untersagt haben, ist der Streit eskaliert.

Erdogan fügte hinzu: „Niemand soll uns Lektionen in Zivilisation geben. Dieses Volk hat ein reines Gewissen. Aber deren Gewissen ist pechschwarz.“ Tatsächlich hatten das Massaker in Srebrenica 1995 bosnisch-serbische Truppen verübt. Niederländische Blauhelm-Soldaten der Vereinten Nationen hatten den Angreifern die Stadt zuvor allerdings kampflos überlassen. Bei dem Massaker handelte es sich um den schlimmsten Völkermord nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa.

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat Völkermord-Vorwürfe der Türkei als „widerliche Geschichtsverfälschung“ zurückgewiesen. Erdogans Behauptungen seien inakzeptabel und unerträglich, sagte Rutte am Dienstag im niederländischen Fernsehen.

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erstellt am 14.Mär.2017 | 14:47 Uhr

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