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Politik

04. Dezember 2016 | 13:25 Uhr

Flughafen Berlin : Ehemaliger BER-Flughafen-Bereichsleiter: Ich kassierte Schmiergeld

vom

Korruptionsverdacht am Hauptstadtflughafen: Ein Ex-Mitarbeiter gibt zu, 150.000 Euro erhalten zu haben.

Berlin | Ein angeklagter Ex-Prokurist der Flughafengesellschaft des Hauptstadtairports BER hat vor Gericht zugegeben, von einem früheren Mitarbeiter einer Auftragsfirma Bestechungsgeld entgegengenommen zu haben. „Ich habe 150.000 Euro zu Unrecht erhalten. Es war falsch“, sagte der 48-Jährige am Dienstag zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Cottbus. Mit ihm auf der Anklagebank sitzen zwei Mitarbeiter der inzwischen insolventen Bauausrüsterfirma Imtech Deutschland, darunter der damalige Vorsitzende der Geschäftsleitung. Sie wollten sich laut Ankündigung ihrer Anwälte zu den Anklagevorwürfen im Prozessverlauf ebenfalls äußern.

Der Bauausrüster Imtech hatte unter anderem an der Brandschutzanlage des Flughafens in Schönefeld bei Berlin mitgearbeitet. Im Sommer 2015 musste das Unternehmen allerdings Insolvenz anmelden. Auch dem Mutterkonzern in den Niederlanden erging es so. Das Insolvenzverfahren für Imtech Deutschland wird voraussichtlich noch Jahre dauern, wie ein Sprecher des Hamburger Insolvenzverwalters mitteilte. Infolge der Insolvenz ergaben sich für den Flughafen nach Angaben der Flughafengesellschaft Verzögerungen im Bauablauf.

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin wirft dem ehemaligen Bereichsleiter der Flughafengesellschaft FBB vor, Ende 2012 das Schmiergeld angenommen zu haben. Im Gegenzug soll er sich innerhalb der FBB dafür eingesetzt haben, dass Nachtragsforderungen in Höhe von mehr als 60 Millionen Euro ungeprüft überwiesen wurden. Empfänger des Geldes waren die Firma und eine Arbeitsgemeinschaft, an der sie beteiligt war.

Aktentaschen stehen auf einem Tisch zu Beginn des Korruptionsprozesses um Schmiergeld am Flughafen BER.
Aktentaschen stehen auf einem Tisch zu Beginn des Korruptionsprozesses um Schmiergeld am Flughafen BER. Foto: Patrick Pleul
 

Der aktuelle Prozess ist nicht der einzige Korruptionsfall am „BER“. Der ehemalige Technikchef des Flughafens Joachim Großmann wurde 2014 wegen Bestechlichkeit und Betrugs vom Amtsgericht Cottbus zu einem Jahr Bewährungsstrafe und einer Geldauflage von 200.000 Euro verurteilt.

Er hatte - vor seinem Posten als Technikchef - als Berater der Flughafengesellschaft versucht, bei der Vergabe eines Auftrags an ein Planungsbüro knapp eine halbe Million Euro für sein Unternehmen abzuzweigen. Das Ganze flog allerdings auf, sodass es nur bei einem versuchten Betrug blieb. In zwei anderen Fällen stellte er für Planungsleistungen am BER überhöhte Rechnungen.

In einem weiteren Korruptionsfall im Juli 2015 verurteilte das Landgericht Cottbus einen Ex-Chef eines Wasser- und Abwasserzweckverbandes, einen ehemaligen Geschäftsführer einer Baufirma und einen Subunternehmer zu Haftstrafen - teilweise zur Bewährung ausgesetzt. Es ging um Aufträge bei der Verlegung von Wasserleitungen im Flughafen-Umfeld.

Die Ankläger hatten dem früheren Verbandschef vorgeworfen, bei der Auftragsvergabe die Baufirma bevorzugt zu haben, obwohl diese nicht das günstigste Angebot abgegeben haben soll. Als Gegenleistung habe er Material und Arbeitsleistungen für seinen privaten Hausbau erhalten und Einladungen in Restaurants angenommen.

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erstellt am 23.Aug.2016 | 14:00 Uhr

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