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Politik

05. Dezember 2016 | 17:45 Uhr

US-Präsidentschaftswahl 2016 : Donald Trump und Hillary Clinton – Leben, Karrieren, Skandale

vom

Die Amerikaner wählen ihren neuen Präsidenten. Was die beiden Kandidaten ausmacht - und was nicht.

Washington | Der da oder die da? Die Amerikaner entscheiden heute über den  45. Präsidenten der USA. Erstmals könnte mit Hillary Clinton eine Frau ins Weiße Haus einziehen – oder der Politik-Neuling Donald Trump. Wer sind die beiden eigentlich?

Ihre Biographien

Donald Trump, geboren am 14. Juni 1946 in New York City, Kandidat der Republikaner

Schon in der Schule war Donald, dessen Großvater deutscher Einwanderer war, nicht einfach, er kam aufs Internat. Er studierte Wirtschaftswissenschaften und folgte seinem Vater ins Immobiliengeschäft. Später verdiente er auch Geld mit Miss-Wahlen und Spielcasinos. Sein Lieblingssport ist Wrestling. 2004 startete Trump im Fernsehen als Star einer NBC-Show, in der er sich selbst spielte und einen Mitarbeiter suchte. So wurde er einem Millionenpublikum bekannt. Trump ist ein politischer Quereinsteiger, ein Amt hatte der Unternehmer nie inne. Viele hielten seine Kandidatur zunächst für einen Witz.

Hillary Diane Rodham Clinton, geboren am 26. Oktober 1947 in Chicago, Kandidatin der Demokraten

Sie ist ein Urgestein in der amerikanischen Politik: Seit fast 25 Jahren hat Clinton politische Ämter inne. Schon als Jura-Studentin engagierte sie sich gegen den Vietnamkrieg. Sie arbeitete danach als Rechtsanwältin und unterrichtete als Professorin. Als ihr Mann Bill 1993 US-Präsident wurde, war Hillary First Lady, später Senatorin für den Bundesstaat New York und dann Außenministerin in der Regierung von Barack Obama. Im Forbes-Magazin stand Clinton in diesem Sommer auf Platz zwei der mächtigsten Frauen der Welt – hinter Kanzlerin Angela Merkel.

Ihre Familien

Lieblingssatz von Trump: „I love women“ („Ich liebe Frauen“). Andauernd wurden ihm Affären nachgesagt, er erfindet auch schon mal eine dazu, etwa mit der späteren französischen Präsidenten-Gattin Carla Bruni. Dreimal war Trump verheiratet, zuerst mit dem tschechischen Model Ivana, mit der er drei Kinder hat. Inzwischen ist er mit dem Model Melania verheiratet. Sie kupferte im Wahlkampf eine Rede in großen Teilen von einer Rede von First Lady Michelle Obama ab.

In Yale lernte Hillary ihren späteren Mann Bill kennen. Beide studierten Jura, beide waren politisch aktiv – das passte. Bill soll ihr mehrere Heiratsanträge gemacht haben, doch sie sagte immer nein, erzählen sie übereinstimmend. 1975 heirateten sie dann doch und Tochter Chelsea kam zur Welt. Wer an Hillary denkt, denkt auch immer an Bill –  und seine Affären, etwa mit seiner Praktikantin  Monica Lewinsky. Häufig ist von „den Clintons“ die Rede. Viele Amerikaner sehen in ihnen die Repräsentanten des verhassten Establishments.

Ihre Stärken und Schwächen

Trumps Markenzeichen ist der blonde Haarschopf. Echt oder unecht? Angeblich das Resultat von Haartransplantationen, Färbungen und viel Haarspray. Selbst sein Biograf sagt, er sei noch nie einem so arroganten Menschen begegnet. Trump spricht gerne über sich, beleidigt fast alle anderen Politiker auf Twitter gerne als „dumm“, „verrückt“ oder „korrupt“. Er lügt nachweislich und glaubt an Verschwörungstheorien. Es heißt, er könne sich nur einige Minuten auf ein Thema konzentrieren und habe eine geringe Allgemeinbildung. Er gilt als gerissener Geschäftsmann.

Clinton ist eine Perfektionistin und ein Arbeitstier. Allerdings werden ihr auch viele negative Eigenschaften zugeschrieben. Ehemalige Mitarbeiter beschreiben sie als arrogant, zuweilen ungerecht und beratungsresistent. Manche Probleme versucht sie klein zu reden – etwa ihren Schwächeanfall bei der Gedenkfeier der Terroranschläge vom 11. September. Der Vorfall nährte nicht nur Zweifel an ihrem Gesundheitszustand, sondern auch an ihrer Aufrichtigkeit.

Ihre größten Skandale

Sein übersteigertes Selbstbewusstsein macht aus Trump gelegentlich einen Vorstadt-Macho. So verkündete er – allerdings schon vor Jahren – als Milliardär könne er eigentlich jede Frau haben und jede Frau überall anfassen. Als das entsprechende Video vor einigen Wochen in den Medien auftauchte, gab es eine Welle der Empörung. Seine völlig überrissenen Statements zu Gewalt, zu Einwanderern oder Frauen sind jedes Mal ein neuer Mini-Skandal.

Bei vielen Amerikanern ist Clinton verhasst. Grund sind zwei Affären: Einerseits hat sie als Außenministerin vertrauliche dienstliche Mails über einen privaten E-Mail Server abgewickelt – und damit möglicherweise die Sicherheit der Nation gefährdet. Das FBI hatte zunächst Ermittlungen aufgenommen, dann aber erklärt, es gebe keine Anhaltspunkte für eine Anklage. Außerdem steht die von Bill Clinton gegründete private Stiftung für Wohltätigkeitsprojekte in der Kritik. Es besteht der Verdacht, dass Spenden mit politischer Einflussnahme verbunden waren und es erst dann einen Termin bei der damaligen Außenministerin gab. Die Clintons haben sich aus der Stiftung selbst üppige Boni genehmigt und nehmen hohes Honorar für Reden.

Ihre Programme

Trumps größtes Versprechen lautet, es anders zu machen als alle anderen. Und Amerika wieder groß zu machen („Let‘s make America great again“). Die Außenpolitik will er allein an US-Interessen ausrichten („America first“). Andere Länder wie Deutschland sollen für den militärischen Schutz der USA Geld zahlen. Die Nato stellt er in Frage und lobt Russlands Präsidenten Putin.  An der Grenze zu Mexiko will er eine Mauer bauen und illegale Einwanderer außer Landes schaffen.

Sollte sie die erste Präsidentin der USA werden, will Clinton die Hälfte ihres Kabinetts mit Frauen besetzen. In der Außenpolitik vertritt sie eine härtere Linie als Barack Obama. In Syrien will Clinton eine Flugverbotszone einrichten, was viele fürchten lässt, es könne zu einer Konfrontation mit Russland kommen. Den Islamischen Staat will Clinton ausschalten. Die rund elf Millionen illegalen Einwanderer in den USA sollen die Möglichkeit bekommen, die US-Staatsbürgerschaft zu erhalten.

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erstellt am 08.Nov.2016 | 06:43 Uhr

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