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Politik

11. Dezember 2016 | 11:02 Uhr

Nach Wahlsieg in Indiana : Donald Trump und die Flucht der Republikaner

vom

Viele Republikaner bekennen sich als Gegner von Präsidentschaftskandidat Trump. Einige liebäugeln sogar mit Hillary Clinton.

Der Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner wird 2016 aller Voraussicht nach Donald Trump heißen. Sein ärgster Konkurrent Ted Cruz, Senator von Texas, beendete in der Nacht zum Mittwoch seinen Wahlkampf. Damit ist der Weg für Trump als Kandidat seiner Partei für das Weiße Haus frei. Der politische Quereinsteiger gewann die Vorwahl im Bundesstaat Indiana hoch.

Trump, der nie zuvor ein politisches Amt bekleidet hat, kann sich nun ohne große Mühe in den verbleibenden neun Vorwahlentscheidungen seiner Partei die entscheidende Mehrheit von 1237 Delegierten der Republikaner sichern. In Indiana holte er voraussichtlich alle Delegierten und liegt nun bei deutlich mehr als 1000. Gewählt wird unter anderem noch in New Jersey, West Virginia und in Kalifornien, dem größten Vorwahlstaat überhaupt.

Der republikanische Parteichef Reince Priebus schrieb auf Twitter, Trump sei der „anzunehmende Kandidat“ für die Präsidentschaftswahl im Herbst. Er rief seine Partei zur Einheit auf: „Wir müssen uns alle vereinen und uns darauf konzentrieren, Hillary Clinton zu schlagen.“

 

Wie das Nachrichtenportal „qz.com“ schreibt, ist Priebus allerdings einer der wenigen, die jetzt Zusammenhalt fordern. Viele Republikaner fordern, sich von Trump abzuwenden. Lindsey Graham, Senatorin in South Carolina, schreibt auf Twitter: „Wenn wir Trump nominieren, werden wir zerstört – und wir hätten es verdient.

Der republikanische Senator von Nebraska, Ben Sasse, erinnert an ein Essay, welches er im Februar über Trump schrieb. Darin heißt es: „Ein Präsidentschaftskandidat, der prahlt, was er während seiner Herrschaft alles machen will und den Ku-Klux-Klan willentlich nicht verurteilt, kann keine konservative Bewegung in Amerika anführen.“

Mark Salter, ein Berater während der Präsidentschafts-Kampagne des Republikaners John McCain im Jahr 2008, forderte offen dazu auf, für Hillary Clinton zu stimmen.

Der Sohn des ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan, Michael Reagan, erklärte auf Twitter, die Partei habe nicht länger etwas mit seinem Vater zu tun. Es sei jetzt die Trump-Partei.

Nicht nur die Politik ist entsetzt, auch zahlreiche Journalisten, Experten und Parteimitglieder sehen für Amerikas Zukunft und die Partei der Republikaner schwarz:

„Als Konservative würde ich immer lieber gegen einen Demokraten verlieren, als einen Rassisten und Sexisten zu unterstützen, der im Namen meiner Partei agiert“, schreibt die britische Autorin Louise Mensch.

„Ich bin offiziell aus der Partei ausgetreten“, schrieb Autor Philip Klein.

„Da geht meine Zeit als Republikaner. Werde morgen austreten. Ich fühle mich erleichtert, das zu tun – irgendwie frei“, schreibt Journalist Steve Deace.

Die Zeitung „Daily News“ trägt die Republikaner sogar schon zu Grabe.

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erstellt am 04.Mai.2016 | 11:38 Uhr

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