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Politik

05. Dezember 2016 | 15:41 Uhr

Videobotschaft zu Thanksgiving : Donald Trump auf Kuschelkurs - Einigkeit fürs Land und Frauen in die Regierung

vom

Der designierte US-Präsident gibt sich zu Thanksgiving versöhnlich. Er beruft er zwei Frauen in sein Kabinett.

Washington/New York | Und täglich grüßt Donald Trump. Zu Thanksgiving hat sich der designierte US-Präsident in einer Videobotschaft an das amerikanische Volk gewandt und zur Einigkeit aufgerufen. Die in einem erbitterten Wahlkampf aufgerissenen Wunden müssten langsam heilen, sagte Trump. „Wir haben jetzt die Gelegenheit, Geschichte zu schreiben und echten Wandel nach Washington zu bringen“. Trump weiter: „Ich bete, dass wir an diesem Thanksgiving-Tag beginnen, unsere Gräben zu schließen und als eine Nation nach vorne zu blicken, gestärkt durch einen gemeinsamen Willen und gemeinsame Entschlossenheit“. Thanksgiving ist gemeinsam mit Weihnachten der wichtigste Familien-Feiertag in den USA.

 

Der Aufruf zur Einigkeit in seiner neuen Videobotschaft ist bemerkenswert, weil Donald Trump in seinem Wahlkampf die amerikanische Gesellschaft durch zahlreiche populistische Forderungen stark gespalten hatte. 

Zwei Frauen in Trumps Regierung

Donald Trump gilt als nicht besonders frauenfreundlich. Doch nachdem er bisher nur Männer in sein Schattenkabinett berufen hatte, nennt er nun erstmals den Namen zweier Frauen, die auch zu den Nominierten gehören.

Die Gouverneurin des südlichen Bundesstaates South Carolina, Nikki Haley, soll neue US-Botschafterin für die Vereinten Nationen werden. Die Unternehmerin und Philanthropin Betsy DeVos will der Republikaner zur Bildungsministerin machen, wie er am Mittwoch mitteilte. Der Senat muss beiden Personalien zustimmen. In den USA hat der Posten des UN-Botschafters Kabinettsrang.

<p>Nikki Haley, Gouverneurin von South Carolina, soll unter Trump UN-Botschafterin werden und damit einen Platz im Kabinett bekommen.</p>

Nikki Haley, Gouverneurin von South Carolina, soll unter Trump UN-Botschafterin werden und damit einen Platz im Kabinett bekommen.

Foto: dpa

DeVos löst den Demokraten John King ab. Sie ist auf der nationalen Ebene bislang kaum in Erscheinung getreten. Trump bezeichnete sie als „brillante und leidenschaftliche Bildungsaktivistin“. Haley war seit einigen Tagen für ein Amt im Gespräch. Sie würde im Januar auf UN-Botschafterin Samantha Power folgen. „Sie wird uns als großartige Anführerin auf der Weltbühne vertreten“, sagte Trump.

Die Tochter indischer Einwanderer hat als Gouverneurin zwar mehrere Handelsdelegationen angeführt, um etwa Wirtschaftsbeziehungen South Carolinas mit Unternehmen in Indien, Japan oder Deutschland zu verbessern. Ansonsten besitzt sie aber kaum außenpolitische Expertise und hatte auch keinen Posten auf Bundesebene inne. Haley habe Verträge ausgehandelt, sagte Trump, „und wir wollen viele Deals machen“.

Im vergangenen Jahr machte sie mit der Forderung Schlagzeilen, die umstrittene Konföderierten-Flagge vom Kapitol in dem südlichen Bundesstaat zu entfernen. Das brachte ihr über Parteigrenzen hinweg Anerkennung ein.

Für ihren Job benötigen UN-Botschafter diplomatisches Geschick und Sachkenntnis über politische Konflikte in der Welt. Unter den 193 UN-Mitgliedstaaten nehmen die USA als mächtige Wirtschafts- und Militärmacht mit ständigem Sitz und Veto-Recht im Sicherheitsrat immer noch eine Sonderrolle ein. Dort werden viele internationale Konflikte diplomatisch ausgefochten, etwa zu Syrien, zwischen Israel und den Palästinensern oder den Atomtests Nordkoreas. Häufig hatten UN-Botschafter zuvor Posten im Außenministerium oder im Weißen Haus inne.

Reaktionen auf Frauen-Nominierungen

Großbritanniens UN-Botschafter Matthew Rycroft begrüßte Haleys Ernennung und zeigte sich zuversichtlich, dass das britische Verhältnis zu den USA weiter gestärkt würde. „Sie wird eine starke Leistungsbilanz aus South Carolina mitbringen“, sagte Rycroft.

Russlands stellvertretender UN-Botschafter Petr Iliichew merkte lediglich an, dass die Personalie Trumps Wahl sei. Israels UN-Botschafter Danny Danon bezeichnete Haley als „jahrelange und wahre Freundin Israels.“ Haley hatte Trump im Wahlkampf mehrfach offen kritisiert. Er sei „alles, was ein Gouverneur sich nicht von einem Präsidenten wünscht“, sagte sie. Im Oktober erklärte sie schließlich, Trump zu wählen, obwohl sie „kein Fan“ sei.

Betsy DeVos war Vorsitzende der republikanischen Partei in Michigan und tritt seit Jahren für eine Reform des Schulsystems ein. Die 58-Jährige fordert Gelder dafür, dass Eltern über die öffentlichen Schulen hinaus entscheiden können, in welche Einrichtung sie ihr Kind schicken. DeVos ist Vorsitzende einer Investmentfirma und ist Milliardärin.

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erstellt am 24.Nov.2016 | 12:17 Uhr

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