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Politik

08. Dezember 2016 | 19:24 Uhr

US-Wahl 2016 : Die schräge Parade der prominenten Unterstützer von Donald Trump

vom

Die Liste der Unterstützer gleicht einem Sammelsurium an halbseidenen Gestalten und skurrilen Milliardären.

Washington | Der Neurochirurge Ben Carson, der Risikokapitalist Peter Thiel und der Wrestler Hulk Hogan haben eigentlich nicht viel gemeinsam. Was sie verbindet ist das Außenseitertum in ihrem professionellen Umfeld und der Ruf, politisch ein wenig neben der Spur zu laufen. Das mag ihre gemeinsame Bewunderung für Donald Trump erklären, den die drei enthusiastisch unterstützen. 

Die Liste der prominenten Unterstützer Donald Trumps reflektiert  auch die schrille Persönlichkeit des Kandidaten.

Ben Carson, der sich mit der erfolgreichen Trennung siamesischer Zwillinge einen Namen machte, wollte eigentlich selber Präsident werden. Seit er bei den Vorwahlen im März 2016 das Handtuch werfen musste, engagiert er sich für Trump. Dieser hatte ihn im Wahlkampf noch als jemand mit dem „Temperament eines Kinderschänders“ beleidigt.

Der Neurochirurg Ben Carson.

Der Neurochirurg ,Ben Carson.

Foto: dpa
 

Kein Problem für den kuriosen Gehirn-Doktor, der eine „versteckte Persona“ in Trump entdeckte. Anders als dessen öffentliches Auftreten sei der Kandidat „verkopft und überaus vorsichtig“.

 Silicon-Valley-Milliardär Peter Thiel.
Silicon-Valley-Milliardär Peter Thiel. Foto: Paul Mcerlane
 

Der deutschstämmige Mitgründer der Firmen „PayPal“ and „Palantir“, Peter Thiel, trat als Redner auf dem Krönungsparteitag Trumps in Cleveland auf. Warum der Libertäre ausgerechnet einen autoritären Populisten unterstützt, bleibt ein Rätsel, das viele Kollegen im Silicon Valley an der Schläfe kratzen lässt. Weder die Hetze Trumps gegen Mexikaner und Muslime noch die sexuellen Übergriffe des Kandidaten schreckten ihn ab. Zu Halloween will sich Thiel mit einer Rede für Trumps ins Zeug legen. Er schrieb dem Milliardär einen Scheck über 1,25 Millionen Dollar. 

Ex-Wrestlingstar Hulk Hogan.
Ex-Wrestlingstar Hulk Hogan. Foto: JOHN G. MABANGLO
 

Der schräge Tech-Unternehmer griff Wrestler Hulk Hogan für dessen Prozess gegen die Boulevard-Seite „Gawker“ im Internet mit zehn Millionen Dollar unter die Arme. „Gawker“ hatte ein privates Video publiziert, das zeigte, wie der Showman Geschlechtsverkehr mit der Frau eines Radio-Talkers hatte. Er gewann den Prozess, musste aber seinen Traum platzen sehen, Trumps Vizepräsidentschaftskandidat zu werden. Mit seinem politischen Helden teilt er die Verachtung der „Lügenpresse“.

 

Auf die Medien nicht gut zu sprechen ist auch der Basketballer Dennis Rodman, der sich 2014 von Nord-Korea vor den Karren spannen ließ, als er mit ein paar anderen pensionierten Stars Kim Jong-un zum Geburtstag die Aufwartung machte. Vielleicht ist es die merkwürdige Bewunderung von Diktatoren, die Rodman mit seinem „großartigen Freund“ Trump teilt.

Das schätzt gewiss auch die Pop-Ikone Tila Tequila, die einen Sturm in den sozialen Netzwerken auslöste als sie Adolf Hitler zum Geburtstag gratulierte. Nichts Neues für das Modell, das immer wieder mit anti-semitischen und rassistischen Ausfällen für Schlagzeilen sorgt. Was sie an dem Kandidaten bewundert? „Wir brauchen Donald Trump, weil eine neue Weltordnung kommt“.

Kid Rock.  
Kid Rock.   Foto: Tannen Maury

Da klingt schon fast vernünftig, wie der Musiker Kid Rock seine Unterstützung für Trump begründet. „Amerika sollte einen Geschäftsmann das Land wie ein Geschäft betreiben lassen“. 

Ist nach dem schlechten Abschneiden bei der Vorwahl in New Hampshire aus dem Rennen um das Weiße Haus ausgestiegen: Der Republikaner Chris Christie.
Ist nach dem schlechten Abschneiden bei der Vorwahl in New Hampshire aus dem Rennen um das Weiße Haus ausgestiegen: Der Republikaner Chris Christie. Foto: Katherine Taylor
 

Auch Chris Christie, Gouverneur von New Jersey, und der Ex-Bürgermeister von New York Rudolph Giuliani galten einmal als einigermaßen realitätsbezogen. Beide wollten Präsident werden und scheiterten kläglich. Christie hat nun Geldnöte und einen peinlichen Skandal in seinem Bundesstaat am Hals. Die Presse spekulierte bereits, die Unterstützung des Gouverneurs für Trump könnte kühle Berechnung sein. 

New Yorks ehemaliger Bürgermeister Rudolph Giuliani.
New Yorks ehemaliger Bürgermeister Rudolph Giuliani. Foto: Sophia Kembowski
 

Giuliani versteigert sich im Wahlkampf als Redner für Trump in immer absurdere Behauptungen über Hillary Clinton. „Es gibt keine nächste Wahl mehr. Das war es. Es gibt keine Zeit mehr unser großartiges Land wieder zu beleben“, postuliert Rudy, der Clinton wahlweise als todkrank oder gemeingefährlich charakterisiert. Besorgt fragt das renommierte Magazin Politico: „Verliert Rudy Giuliani seinen Verstand?“           

Sarah Palin. /Archiv
Sarah Palin. /Archiv Foto: Michael Reynolds
 

Das behaupten nicht wenige von Sarah Palin, die mit ihrer Vizepräsidentschaftskandidatur an der Seite John McCains 2008 den Rechtspopulismus in den USA hoffähig gemacht hatte. „Der Status Quo muss verschwinden“, tönte sie im Januar als sie Trump offiziell unterstützte. Zur Belohnung lud der Kandidat sie bei der dritten Präsidentschaftsdebatte in Las Vegas in die Ehrenloge.

Abgerundet, aber keineswegs vollständig, wird die Parade an schrägen Trump-Fans von „Duck-Dynastie“-Star Willie Robertson, Hardrocker Ted Nugent, Schwergewichtsboxer Mike Tyson, Star-Quarterback Tom Brady und dem Gründer der evangelikalen Fundamentalisten-Schule „Liberty University“, Reverend Jerry Falwell Junior.

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erstellt am 25.Okt.2016 | 06:48 Uhr

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