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Politik

04. Dezember 2016 | 17:20 Uhr

Tories nach Brexit-Abstimmung : Das sind die Anwärter für die Nachfolge von David Cameron

vom
Aus der Onlineredaktion

Wer tritt in die Fußstapfen von David Cameron und wird neuer englischer Premierminister? Es gibt fünf Kandidaten.

London | Es wird einen neuen Premierminister für Großbritannien geben, nur wer wird es? Nach der Brexit-Abstimmung und dem angekündigten Rücktritt des britischen Premierministers David Cameron beginnt die heiße Phase des Nachfolgekampfes. Die konservativen Parlamentsabgeordneten starten am Dienstag das Auswahlverfahren zur Bestimmung eines neuen Parteivorsitzenden und damit auch über den neuen Premier.

Nachdem Rückzieher von Boris Johnson gilt Innenministerin Theresa May als klare Favoritin. Sie plädierte für den Verbleib in der EU, verhielt sich im Wahlkampf aber sehr zurückhaltend.

In der ersten Phase des Auswahlverfahrens werden die Tory-Abgeordneten in mehreren Durchgängen drei der fünf Kandidaten eliminieren. Daraufhin werden die knapp 150.000 Parteimitglieder im Land über die zwei Spitzenreiter abstimmen. Bis spätestens September soll die Nachfolge stehen.

Eine Übersicht über die aussichtsreichsten Köpfe:

Theresa May:

Foto: dpa

Die Innenministerin gilt nach dem Rückzug von Londons Ex-Bürgermeister Boris Johnson als Favoritin. Sie kann auf langjährige Regierungserfahrung und starke Unterstützung in der Tory-Fraktion bauen. Als Gegnerin eines EU-Austritts hat sie mit Widerstand aus dem Brexit-Lager zu rechnen. Die 59-Jährige hielt sich im Wahlkampf allerdings stark zurück und präsentiert sich nun als Kompromisskandidatin, die das Land und die Tories wieder einen kann. Einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Instituts YouGov zufolge erhält sie große Zustimmung bei den Parteimitgliedern.

 

Michael Gove:

Foto: dpa

Sehr überraschend gab Justizminister Michael Gove nur wenige Stunden vor Fristende seine Bewerbung bekannt. Der 48-Jährige galt eigentlich als treuer Unterstützer von Boris Johnson. Die beiden waren enge Verbündete im Brexit-Wahlkampf. In einem Statement ließ Gove wissen, er glaube nicht, dass Johnson „die Führung übernehmen und das Team für kommende Aufgaben aufbauen“ könne. Seine Bewerbung war mit großer Wahrscheinlichkeit Auslöser für den Rückzieher des ehemaligen Favoriten Johnson. Nun ist Gove das einzig verbliebene Schwergewicht aus dem Brexit-Lager im Rennen um den Parteivorsitz.

 

Andrea Leadsom:

Die Energieministerin kündigte ihre Bewerbung per Twitter an. „Lasst uns das Beste aus den Brexit-Möglichkeiten machen“, schrieb sie am Donnerstag. Die 53-Jährige hatte sich aufseiten des Brexit-Lagers eingesetzt und hatte sich bei einer großen Fernsehdebatte kurz vor dem Referendum an der Seite von Boris Johnson Respekt erworben.

 

Stephan Crabb:

Foto: Screenshot twitter.com/scrabbmp
 

Der Arbeitsminister warf seinen Hut als erster offiziell in den Ring. Er kündigte an, das Thema Einwanderung in den Austrittsverhandlungen mit der Europäischen Union zur „roten Linie“ zu machen. Der 43-Jährige gilt aber als Außenseiter.

 

Liam Fox:

Foto: dpa

Der ehemalige Verteidigungsminister hat sich 2005 schon einmal vergeblich um das Amt des Parteichefs bemüht. Als ausgesprochener Brexit-Befürworter hofft der 54-Jährige auf Unterstützung vom rechten Parteiflügel der Tories. Er pocht auf seine Erfahrung und warnt davor, das Brexit-Votum zum einzigen Thema für die Wahl des Tory-Parteichefs zu machen.

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erstellt am 05.Jul.2016 | 10:45 Uhr

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