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Politik

03. Dezember 2016 | 20:43 Uhr

US-Wahl 2016 : Clinton vs. Trump: So schätzen die US-Medien das TV-Duell ein

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Wer hatte die stärksten Argumente? Die besten Attacken und am Ende die Medien auf seiner Seite?

Hillary Clinton und Donald Trump sind in der vergangenen Nacht zum ersten TV-Duell angetreten. Hierzulande scheint klar zu sein, dass Clinton dabei als Gewinnerin aus dem Ring gestiegen ist. Aber wie interpretieren die amerikanischen Medien die TV-Debatte?

ABC News komtt zu diesem Ergebnis: „Hillary Clinton hat die erste TV-Debatte genutzt, um einen Frontalangriff gegen Trump zu starten.“ Wenn sie gekommen sei, um einen Kampf zu suchen, dann habe sie ihn auch gefunden.

„Nach der ersten außerordentlichen Begegnung der zwei außerordentlich unbeliebten Kandidaten, ist klar, wie das Spiel läuft: Clinton setzt dem Volkszorn, den Trump kanalisiert, ihre Erfahrung entgegen.“ Demnach hätten beide bewiesen, dass sie einander unter die Haut gehen können. Aber: „Keiner der Kandidaten bewies, dass er oder sie eine Siegesbotschaft hat - nicht in der Nacht der ersten Debatte.“

Vox.com schreibt: „Die erste Debatte zeigte einen unvorbereiteten Mann, der einer sehr gut vorbereiteten Frau ins Wort fiel“. Und weiter: „Die Debatte war eine Kollision zwischen Donald Trumps Politik der Dominanz und Hillary Clintons Politik der Vorbereitung. Clintons Politik der Vorbereitung hat gewonnen.“

Vox.com unterfütterte die These anschaulich mit einer Grafik, die zeigt wer wem wie häufig ins Wort gefallen ist. Das Ergebnis: Hillary Clinton wurde insgesamt 70-mal unterbrochen - davon 51 mal von Trump und 19-mal von Moderator Lester Holt. Clinton fiel Trump derweil nur 17-mal ins Wort, Holt 30-mal.

Folgt man Fox News, so wissen die schätzungsweise 100 Millionen Zuschauer, dass „Hillarys Karikatur von Trump falsch war“. Denn: „Sie war eine klassische Politikerin, die gezwungen war, den Status quo zu verteidigen, und er war der Außenseiter, der ein Bedürfnis nach Veränderung artikulierte.“

Fox News gilt als konservatives Medium und wird deshalb eher den Republikanern zugeordnet. Kritik gab es seitens Fox News für Moderator Lester Holt. Er habe versäumt, eine einzige Frage zu den Korruptionsvorwürfen gegen die Clinton-Stiftung zu stellen und habe sich vor allem bei Trump als harter Fakten-Checker gegeben.

Der Nachrichtensender CNN beurteilt die TV-Debatte so: „Hillary Clinton zwang Donald Trump in die Defensive bezüglich seines Temperaments, seiner Weigerung, seine Steuererklärung offenzulegen und hinsichtlich seiner Kommentare zum Thema Rasse und Frauen - ein potentiell entscheidender Moment in einem engen Wahlkampf“ und spricht von einem „feurigen Debüt“.

Nach der Debatte sagte Trump auf CNN: „Sie sagt all die Dinge seit Jahren. Und nichts hat sich verändert.“ Eine erste Blitzumfrage des Senders sah Clinton mit 62 Prozent vorn, Trump sahen nur 27 Prozent der Befragten als Gewinner. Trumps Lager beanspruchte den Sieg jedoch für sich und verwies dabei auf eine informelle Internet-Umfrage des Senders CNBC.

Die Washington Post bezeichnete Trump, der vor der Debatte in den meisten Umfragen knapp hinter Clinton zurücklag, in Teilen als „ziellos“. „Donald Trump hat unerbittlich die 'typische Politikerin' Hillary Clinton für die chronischen Probleme der Nation verantwortlich gemacht, doch er fand sich meist in der Defensive.“ Trump habe potenzielle Interessenkonflikte versteckt und hat diejenigen, die dabei halfen, sein Business-Imperium aufzubauen, „kaltgemacht“.

Die New York Times hatte die erste TV-Debatte der US-Präsidentschaftskandidaten mit nicht weniger als 18 Reportern einem sofortigen Faktencheck unterzogen und machte damit deutlich, wie wichtig die Auseinandersetzung ist. Nach Angaben der Zeitung saßen die Teams auf Washington und New York verteilt.

Noch am Vorabend des TV-Duell bekam Clinton wichtige Rückenstärkung von der New York Times: Das Medium stellte sich offiziell hinter die Demokratin. Sie habe eine langjährige Erfahrung und eine Menge pragmatische Ideen vorzuweisen, hieß es in einem Meinungsartikel. Der Republikaner Donald Trump dagegen habe nur viel versprochen, aber nichts Konkretes über sich selber oder seine Pläne offenbart. Er sei „der schlechteste Kandidat, den eine größere Partei in der modernen Geschichte nominiert hat“.

Nach der Debatte analysierte die Zeitung, dass Hillary Clinton eine Reihe von Debatten mit Trump dominiert habe - darunter die Themen nationale Sicherheit und Gender, in dem sie davor warnte, ihrem Gegner Atomwaffen anzuvertrauen und darauf hinwies, dass Trump Frauen nicht respektiere. Anschließend listete die New York Times die Höhepunkte der Debatte auf. Im Ergebnis fiel das Urteil eindeutig aus: Hillary Clinton sei die Siegerin des Duells.

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erstellt am 27.Sep.2016 | 12:39 Uhr

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