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Politik

04. Dezember 2016 | 09:15 Uhr

EU-Referendum : Chronologie: Die Brexit-Abstimmung und ihre Folgen

vom
Aus der Onlineredaktion

Premier Cameron tritt zurück, die Börsen stürzen ab und die Briten fangen schnell an, ihr Votum zu bereuen. Was nach dem Brexit noch geschehen ist.

London | Großbritannien sucht einen neuen „Leader“. Der amtierende Premierminister David Cameron hatte nach der Brexit-Abstimmung seinen Rücktritt angekündigt. Außer der politischen Krise bahnen sich auch wirtschaftlich harte Zeiten an, sollte Großbritannien die EU tatsächlich verlassen - von einer sozialen Abwertung ganz zu schweigen. Die Befürworter eines Brexits sind schon ganz kleinlaut geworden. Sowohl der Hauptsprecher Nigel Farage von der rechtspopulistischen UKIP-Partei als auch Boris Johnson, Ex-Bürgermeister von London, ziehen sich aus der Verantwortung.

Die Chronologie zeigt, was seit dem 24. Juni, dem Tag der Brexit-Entscheidung, passiert ist:

24.Juni Großbritannien hat über den Brexit abgestimmt. 52 Prozent der Wähler plädieren für einen Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU. Schottland, Nordirland und London haben dagegen gestimmt, England und Wales dafür. Premierminister David Cameron gibt seinen Rücktritt bekannt.
25. Juni Mehrere Millionen Briten fordern in einer Online-Petition eine zweite Abstimmung. Schon 100.000 Unterstützer reichen, damit das Parlament eine Debatte in Betracht ziehen muss. Zudem wollen auch mehr als hunderttausend Briten über eine Unabhängigkeit ihrer Hauptstadt London abstimmen lassen. In Schottland wird ein zweites Unabhängigkeitsreferendum vorbereitet. Die EU verlangt rasche Austrittsverhandlungen mit Großbritannien. Der britische EU-Kommissar für Finanzmärkte und Finanzdienstleistungen Jonathan Hill kündigt seinen Rücktritt an.
27. Juni Premier Cameron schließt baldige Neuwahlen aus. Vor Austrittverhandlungen will er neue Beziehungen zur EU festlegen. Das Britische Pfund fällt weiter. Die britische Währung notiert nur noch bei 1,3222 US-Dollar und kostet damit so wenig wie seit 1985 nicht mehr. Von der US-Ratingagentur Standard & Poor's wird Großbritannien die Top-Kreditwürdigkeit aberkannt. Auch von Fitch wird das Königreich abgewertet. Und zu allem Überdruss verliert England am Abend auch noch das EM-Achtelfinale gegen Island.
28. Juni Der Deutsche Bundestag kommt zu einer Sondersitzung zusammen. Kanzlerin Angela Merkel warnt vor einer Spaltung Europas. Die Labour-Abgeordneten im britischen Unterhaus haben ihrem Parteichef Jeremy Corbyn das Misstrauen ausgesprochen. In Brüssel beginnt der EU-Gipfel.
29.Juni 28 - 1: David Cameron ist zum EU-Gipfel gekommen, doch er wird von seinen Amtskollegen wieder nach Hause geschickt. Das Treffen der Staats- und Regierungschefs findet ohne Großbritannien statt. Der Mobilfunkanbieter Vodafone droht mit Wegzug aus Großbritannien. 
30. Juni Die britische Innenministerin Theresa May hat ihre Kandidatur für die Nachfolge des scheidenden Premierministers David Cameron bekannt gegeben. Auch Michael Gove gibt seine Bewerbung ab. Der ehemalige Londoner Bürgermeister Boris Johnson kündigt überraschend an, er wolle nicht Premierminister werden.
2. Juli Mehrere tausend Demonstranten protestieren bei einem Marsch durch London gegen das britische Brexit-Votum. Nach einer Prognose könnte der Brexit die britische Wirtschaft bis 2025 um 15 Prozent dämpfen.
4. Juli Der UKIP-Chef und Brexit-Wortführer Nigel Farage tritt zurück. Aktionäre der Londoner Börse stimmen für eine Fusion mit der Deutschen Börse.
5. Juli Die Tories in England starten ihr Auswahlverfahren zur Bestimmung eines neuen Parteivorsitzenden - es gibt fünf Kandidaten. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wirft Johnson und Farage unpatriotisches Verhalten vor.
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erstellt am 05.Jul.2016 | 15:27 Uhr

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