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Politik

03. Dezember 2016 | 14:48 Uhr

Kassationsgericht in Frankreich : Christine Lagarde wegen Millionenzahlung vor Gericht - IWF will an seiner Chefin festhalten

vom

Es geht um 400 Millionen Euro, die der Geschäftsmann Bernard Tapie zu Unrecht erhielt. Lagarde hatte die Zahlung ermöglicht. Ihr wird Fahrlässigkeit vorgeworfen.

Paris | Der Fall sorgt seit Jahren für Schlagzeilen, jetzt wird es ernst für Christine Lagarde: Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) muss wegen einer umstrittenen Millionenzahlung zu ihrer Zeit als Wirtschaftsministerin in Frankreich vor Gericht. Das französische Kassationsgericht wies ihren Revisionsantrag am Freitag ab. Nun muss der Gerichtshof der Republik über die 60 Jahre alte Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) urteilen. Lagarde bezeichnete das Verfahren und die Vorwürfe stets als „völlig unbegründet“. Lagarde steht seit 2011 an der Spitze des IWF.

Der Gerichtshof der Republik ist ein spezielles Gericht, das für Gesetzesverstöße französischer Regierungsmitglieder im Rahmen ihres Amtes zuständig ist.

Der IWF hat seiner Vorsitzenden trotz des Gerichtsprozesses das Vertrauen ausgesprochen. Das Exekutivdirektorium sei über das Verfahren unterrichtet worden, teilte Sprecher Gerry Rice am Freitag mit. Man vertraue weiterhin auf ihre Fähigkeit, ihre Arbeit auszuführen.

Der früheren Wirtschaftsministerin wird Fahrlässigkeit vorgeworfen. Es geht um den Verdacht, Lagarde könne in ihrer Zeit in der Regierung in Paris (2007-2011) regelwidrig eine Entschädigungszahlung von rund 400 Millionen Euro an Bernard Tapie ermöglicht haben. Der Geschäftsmann hatte sich von der früheren Staatsbank Crédit Lyonnais beim Verkauf seiner Anteile am deutschen Sportartikelhersteller Adidas geprellt gesehen und deswegen geklagt.

Lagarde war in der Angelegenheit mehrfach von Korruptionsermittlern vernommen worden, im August 2014 wurde ein Anklageverfahren gegen sie eingeleitet. Bei einer Verurteilung drohen ihr bis zu ein Jahr Gefängnis und 15.000 Euro Strafe.

Anfang Dezember 2015 hatte ein Berufungsgericht Tapie verurteilt, die auf den Schiedsspruch aus dem Jahr 2008 zurückgehende Entschädigung zurückzuzahlen.

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erstellt am 22.Jul.2016 | 15:28 Uhr

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