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Politik

08. Dezember 2016 | 17:07 Uhr

Notfallpläne : Bundesregierung rät Bürgern zu Hamsterkäufen

vom
Aus der Onlineredaktion

Das Gesetz zur Zivilverteidigung soll neu aufgesetzt werden. Deutsche sollen sich mit Lebensmitteln eindecken.

Berlin | Jeder Deutsche sollte einen Lebensmittelvorrat für zehn Tage anlegen - das soll im neuen Konzept der Bundesregierung zur Zivilverteidigung festgeschrieben werden. Die Linke hat das als Angstmache kritisiert. „Man kann die Menschen mit immer neuen Vorschlägen, so auch zu Hamsterkäufen, völlig verunsichern“, sagte Linksfraktionschef Dietmar Bartsch dem „Kölner Stadtanzeiger“. Die Regierung dürfe nicht täglich neue Hektik verbreiten. Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz nannte eine Aktualisierung der Notfallpläne zwar sinnvoll, hält eine Vermischung von ziviler Vorsorge mit militärischen Szenarien und Hinweisen auf terroristische Gefahren aber für problematisch.

Der internationale Terrorismus breitet sich aus, Anschläge nehmen zu. Deutschland wird immer wieder als Ziel genannt.

Die Bundesregierung wird das neue Konzept zur zivilen Verteidigung am Mittwoch im Kabinett beraten, Innenminister Thomas de Maizière (CDU) will die Pläne danach der Öffentlichkeit vorstellen. Zu Inhalten wollte sich sein Ressort vorab nicht äußern. Laut „Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung“ handelt es sich um die erste Strategie zur zivilen Verteidigung seit dem Ende des Kalten Krieges. Sie wurde 2012 vom Haushaltsausschuss des Bundestages in Auftrag gegeben.

Nach Informationen der „FAS“ zielen die Empfehlungen unter anderem darauf ab, dass sich die Bevölkerung im Fall schwerer Katastrophen oder eines bewaffneten Angriffs vorübergehend selbst versorgen kann, bevor staatliche Maßnahmen greifen. So würden die Bürger unter anderem aufgerufen, „einen individuellen Vorrat an Lebensmitteln von zehn Tagen“ und für einen Zeitraum von fünf Tagen je zwei Liter Wasser pro Person und Tag vorzuhalten.

Aus Sicht des Grünen-Innenpolitikers von Notz ist eine Überarbeitung der zivilen Schutzkonzepte durchaus notwendig. „Angesichts der technischen Entwicklung der letzten Jahre ist es fast schon fahrlässig, mit Konzepten von 1989 zu hantieren“, sagte er dem „Kölner Stadtanzeiger“. Aber: „Ich sehe kein Angriffsszenario, für das sich die Bevölkerung Vorräte anlegen sollte.“ Wenn mit solchen Formulierungen die zivile Hilfe, die die Bundeswehr bei Katastrophen durchaus leisten müsse, militarisiert werden solle, sei das unnötig, unverantwortlich und verfassungswidrig.

Die Union verteidigte das Konzept. „Die Neufassung des Zivil- und Katastrophenschutzes ist vollkommen sachgerecht und notwendig“, sagte der innenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stephan Mayer, dem Blatt. „Nicht nur, aber auch wegen der verschärften Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus ist es wichtig, die Abwehr- und Reaktionsfähigkeit unserer Zivilschutzorganisationen in regelmäßigen Abständen zu überprüfen und den neuen Herausforderungen anzupassen.“

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erstellt am 22.Aug.2016 | 08:38 Uhr

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