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Politik

09. Dezember 2016 | 12:39 Uhr

Kriminalität : Binnen 48 Stunden: US-Polizei erschießt zwei Schwarze 

vom

In den USA sind binnen 48 Stunden zwei Schwarze von der Polizei erschossen worden.

Der Vorfall nur einen Tag nach tödlichen Schüssen weißer Beamter auf einen Schwarzen löste große Empörung aus. In Baton Rouge in Louisiana hatten zwei Polizisten Alton Sterling (37) auf einem Parkplatz zu Boden gezwungen und ihn aus nächster Nähe erschossen. Die Einsatzkräfte waren angerückt, nachdem ein Anrufer berichtet hatte, er werde von einem Mann mit einer Waffe bedroht. Unklar war, ob Sterling tatsächlich auch bewaffnet war.

Am Donnerstag sagte ein Obdachloser der Polizei, Sterling habe mit einer Waffe herumgefuchtelt. Das berichtete CNN. Die Angaben wurden zunächst nicht bestätigt.

Handy-Videos beider Ereignisse verbreiteten sich rasch im Internet. Hunderte Menschen protestierten vor Ort, der Twitter-Hashtag der Anti-Rassismus-Bewegung «Black Lives Matter», #Alton Sterling, wurde zum meistverbreiteten in den USA.

Zum Fall Sterlings, der nun auch das US-Justizministerium beschäftigt, äußerte sich auch die voraussichtliche demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. In einem Statement auf Twitter verwies sie auf weitere Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze: «Von Staten Island bis Baltimore, von Ferguson bis Baton Rouge beklagen zu viele afroamerikanische Familien den Verlust eines geliebten Menschen durch einen Vorfall mit Polizeibeteiligung.»

Etwas laufe «zutiefst falsch, wenn so viele Amerikaner Grund haben zu glauben, dass das Land sie aufgrund ihrer Hautfarbe nicht für ebenso wertvoll hält wie andere», erklärte Clinton weiter.

In Minnesota hatte die Freundin des Getöteten, die mit im Auto saß, das Geschehen nach den Schüssen live in einem Video auf Facebook festgehalten. Die Aufnahmen zeigen einen blutüberströmten Mann auf dem Fahrersitz und einen Polizisten, der mit gezückter Waffe vor dem Fenster steht. Die Frau sagt, sie sei wegen eines defekten Rücklichts angehalten worden.

Die Polizei habe vier Mal auf ihren Freund geschossen. Bevor er seine Fahrzeugpapiere habe zeigen können, habe er dem Polizisten gesagt, dass er eine Pistole dabei habe, für die er aber eine Lizenz besitze.

Der 32-jährige Philando Castile starb kurz nach der Ankunft im Krankenhaus. Die Mutter des Getöteten sagte bei CNN, es gebe in den USA einen stillen Krieg gegen Afro-Amerikaner. Ihr Sohn sei als Schwarzer zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen.

Die Polizei erklärte auf einer Pressekonferenz, es habe seit 30 Jahren in diesem Department keine tödlichen Schüsse mehr gegeben. Der Polizeichef zeigte sich erschüttert und sagte, man werde den Fall so umfassend wie möglich aufklären.

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erstellt am 07.Jul.2016 | 19:58 Uhr

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