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Politik

07. Dezember 2016 | 15:31 Uhr

Ali David Sonboly : Bericht: Münchner Attentäter war rechtsextremer Hitler-Fan

vom

Er soll stolz gewesen sein, dass er am gleichen Tag wie Hitler Geburtstag hatte. Tötete er gezielt Ausländer?

Der Attentäter von München soll ein rechtsextremer Fan von Adolf Hitler gewesen sein, sein Tatmotiv sei Rassismus. Das beichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und beruft sich dabei auf Ermittlerkreise. Der 18 Jahre alte Ali David Sonboly habe es als „Auszeichnung“ verstanden, dass sein Geburtstag, der 20. April 1998, auf den Geburtstag von Adolf Hitler fiel, berichtet die Zeitung auf ihrer Website.

Rechtspopulisten hatten unmittelbar nach der Tat versucht, sie propagandistisch auszuschlachten. Das wirkt nach diesen Informationen umso absurder. Außerdem steht nun die Frage im Raum, ob wir es mit einem „zweiten Fall NSU“ zu tun haben.

Sonboly hatte die iranische und deutsche Staatsbürgerschaft und sei deshalb stolz gewesen, „Arier“ zu sein, heißt es weiter. Persien galt unter Rassisten und Nationalisten des 19. Jahrhunderts als eine Art „Urheimat“ der Arier.

Laut FAZ gehen die Ermittler der Hypothese nach, ob Sonboly gezielt Menschen mit ausländischer Herkunft ermordet habe. Alle Opfer hatten Migrationshintergrund, entweder aus der Türkei oder aus dem Kosovo. Sonboly habe Türken und Araber gehasst, heißt es in dem Bericht.

Auf einem Video, das ihn nach den Taten auf dem Dach eines Parkhauses zeigt, schreit Sonboly: „Ich bin Deutscher“. Polizeipräsident Hubertus Andrä hatte in der Pressekonferenz am frühen Samstagmorgen gesagt, er halte das Video für authentisch.

Es kursiert eine Transkription, die sich im Wesentlichen mit dem Hörbaren deckt.

Die FAZ betont in ihrem Artikel, dass Sonboly nicht in die Strukturen der rechtsextremen Szene eingebunden gewesen wäre. Das war etwa bei den NSU-Mördern Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt anders, die in dieser Szene sozialisiert und radikalisiert wurden.

Bereits unmittelbar nach der Tat war auch von der Münchner Polizei darauf hingewiesen worden, dass die Morde von München auf den fünften Jahrestag der Morde von Oslo und Utøya fielen, als der rechtsextreme Anders Breivik 69 Menschen tötete.

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erstellt am 27.Jul.2016 | 17:30 Uhr

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