zur Navigation springen

Politik

09. Dezember 2016 | 10:53 Uhr

Ehemaliger US-Geheimdienstmitarbeiter : Bericht: Edward Snowden versteckte sich bei Flüchtlingen in Hongkong

vom
Aus der Onlineredaktion

Ein Ex-Soldat aus Sri Lanka verschaffte dem Whistleblower Snowden Unterschlupf im Armenviertel der asiatischen Metropole.

Hongkong/Toronto | Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden ist auf der Flucht vor der US-Agenten zeitweise dort untergetaucht, wo ihn überhaupt niemand vermutet hatte - bei Flüchtlingen in Hongkong. Das berichteten die kanadische Zeitung „National Post“ und das „Handelsblatt“ am Mittwoch. Demnach organisierte der kanadische Menschenrechtsanwalt Robert Tibbo am 10. Juni 2013 die Flucht Snowdens aus dem „Mira Hotel“, während US-Agenten ihn wegen Geheimnisverrats fieberhaft in der chinesischen Sonderverwaltungszone suchten.

Der heute 33-Jährige hatte die massive Überwachung durch den amerikanischen Geheimdienst NSA und dessen Verbündete öffentlich gemacht. Er hält sich heute an einem unbekannten Ort in Russland auf. Offiziell verdient der von US-Behörden gesuchte Snowden sein Geld als IT-Experte. Der Kreml gewährte ihm im 2014 eine dreijährige Aufenthaltsgenehmigung.

„Ich war höllisch nervös. Jeder Fernseher, an dem du vorbeiläufst, zeigt dein Gesicht. In jeder Zeitung steht dein Name und dein Foto auf der Titelseite. In dem Taxi, in dem du gerade sitzt, läuft ein Bericht über dich im Radio. Und der Taxifahrer weiß nicht, wer sein Passagier ist. Und du hast keinen Plan, wie es weitergehen soll“, zitiert das „Handelsblatt“ Snowden.

Anwalt Tibbo habe einen weiteren Mandanten, einen Ex-Soldaten aus Sri Lanka, gebeten, Snowden zu verstecken, schreibt die „National Post“. Snowden sei dann insgesamt zwölf Tage lang bei einer srilankischen Familie, einer weiteren Familie aus den Philippinen und schließlich bei dem Ex-Soldaten in den Armenvierteln von Hongkong untergetaucht. Am 23. Juni flog Snowden dann nach Moskau.

zur Startseite

von
erstellt am 07.Sep.2016 | 11:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen