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Politik

03. Dezember 2016 | 22:48 Uhr

Bagdad im Irak : Anschlag in Einkaufsviertel: Zahl der Toten steigt auf mindestens 213

vom

Die USA sprachen von einem „Massenmord“ an Unschuldigen und sagen der Terrormiliz IS den Kampf an.

Washington/Brüssel | Nach dem verheerenden Bombenanschlag im Irak sagen die USA und Europa der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) einen unnachgiebigen Kampf an. Die Zahl der Todesopfer des Terroranschlags auf ein beliebtes Einkaufsviertel in Bagdad ist mittlerweile auf mindestens 213 gestiegen. Mehr als 300 Menschen seien zudem verletzt worden, erklärte das irakische Gesundheitsministeriums am Montag.

Der Anschlag in Bagdad folgte nur wenige Tage auf die Attacke radikaler Islamisten in Bangladesch mit 22 Todesopfern und dem Angriff auf den Flughafen in Istanbul, der ebenfalls IS-Extremisten zugeschrieben wird. Das sorgt für erhebliche Unsicherheit, und besonders für die Türkei könnte das bedeuten, dass in den kommenden Monaten noch mehr Touristen fernbleiben.

Das US-Außenministerium sprach von einem „Massenmord“ an Unschuldigen, der die Menschenverachtung des IS belege. Die USA setzten weiter alles daran, „die Welt im Kampf gegen das Böse vereinen“, den Terroristen die Zufluchtsorte in Syrien und im Irak zu nehmen und ihre globalen Netzwerke zu zerstören, wie Ministeriumssprecher John Kirby sagte. „Unsere Partnerschaft mit Irak und dessen Volk, die an den Frontlinien dieses globalen Kampfes dienen, bleibt standfest und unerschütterlich.“

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sprach den Angehörigen der Opfer Beileid aus und erinnerte daran, dass irakischen Sicherheitskräften kürzlich die Rückeroberung der Stadt Falludscha gelungen sei - „ein wichtiger Schritt“ im Kampf gegen die sunnitischen Extremisten, wie sie erklärte. In diesem Kampf habe der Irak die EU an seiner Seite.

Nur wenige Tage vor dem Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan war in einem beliebten Einkaufsviertel eine Autobombe explodiert. Bei der Bluttat in der Nacht zum Sonntag (Ortszeit) wurden nach Angaben aus dem Innenministerium auch mehr als 170 Menschen teils schwer verletzt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu der Tat in dem Stadtteil Karada.

Die Zahl der Toten dürfte weiter steigen, weil viele Verletzte in Lebensgefahr schwebten, Leichenteile noch nicht identifiziert waren und noch Tote unter den Trümmern zerstörter Häuser vermutet wurden. Die Regierung rief eine dreitägige Staatstrauer aus.

In der Stellungnahme erklärte der IS, der Attentäter habe Schiiten angegriffen. Die sunnitische Terrormiliz sieht Schiiten als Abtrünnige an. Die IS-Erklärung konnte zunächst nicht verifiziert werden.

Die Extremisten kontrollieren zwar immer noch große Teile des Landes, sind aber zuletzt stark unter Druck geraten. Schon vor Beginn des Ramadans, der in dieser Woche mit dem Fest des Fastenbrechens endet, hatten die Extremisten Attentate angekündigt.

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erstellt am 04.Jul.2016 | 10:15 Uhr

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