zur Navigation springen

Politik

05. Dezember 2016 | 09:37 Uhr

Auch in Haftzellen gesperrt : Amnesty wirft Italien Misshandlung von Migranten vor

vom

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erhebt schwere Vorwürfe gegen italienische Behörden: Sie sollen Migranten misshandeln und sogar Folter anwenden, um ihre Fingerabdrücke zu bekommen. Und das, um die strengen EU-Richtlinien zu erfüllen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat den italienischen Behörden Misshandlung von Migranten und andere Verfehlungen beim Umgang mit Flüchtlingen vorgeworfen.

Mit diesen Mitteln wolle Italien die strengen EU-Richtlinien zur Registrierung neu ankommender Migranten umsetzen, schrieb die Organisation in einem am Donnerstagmorgen veröffentlichten Bericht. Zudem warf Amnesty den italienischen Behörden unerlaubte Abschiebungen von Migranten vor.

Mit dem Ziel, die andauernden Flüchtlings- und Migrationsströme in andere Mitgliedsstaaten einzudämmen, «haben die EU-Chefs die italienischen Behörden an die Grenzen des Legalen - und darüber hinaus - gebracht», sagte der Italienexperte der Organisation, Matteo de Bellis, dem Bericht zufolge. Unter dem Druck der EU habe Italien Zwangspraktiken eingeführt, um Fingerabdrücke von neu ankommenden Männern, Frauen und sogar Kindern zu bekommen.

Die Misshandlungen arteten in einigen Fällen sogar in Folter aus, hieß es. Schläge, Elektroschocks sowie sexuelle Erniedrigung gehörten dabei zu den dokumentierten Fällen, schrieb die Organisation. Unter anderem sollen Flüchtlinge in den Hotspots (Registrierzentren) auch willkürlich in Haftzellen gesperrt worden sein, wenn sie ihre Fingerabdrücke nicht abgeben wollten.

Eine 25-jährige Frau aus Äthiopien habe geschildert, wie sie mehrfach von einem Polizisten ins Gesicht geschlagen wurde, bis sie zustimmte, ihre Fingerabdrücke abzugeben. Der Bericht von Amnesty basiert auf Befragung von 170 Migranten.

Bericht Amnesty

zur Startseite

von
erstellt am 03.Nov.2016 | 10:16 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert