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Politik

07. Dezember 2016 | 17:31 Uhr

Zwei Tage nach Anschlag in Masar-i-Scharif : Afghanistan: Taliban-Anschlag auf US-Hauptquartier in Bagram - vier Tote

vom

Auf dem Luftwaffenstützpunkt hat es eine Explosion gegeben. Es soll ein Selbstmordanschlag der Taliban gewesen sein.

Afghanistan kommt nicht zur Ruhe: Zwei Tage nach dem Anschlag auf das deutsche Generalkonsulat in Masar-i-Scharif ist es am Samstag auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Bagram in Zentralafghanistan zu einer schweren Explosion gekommen. Nach Angaben lokaler afghanischer Behörden wurden dabei mindestens vier Menschen getötet und 14 weitere verletzt. Im Kurznachrichtendienst Twitter bekannten sich die radikal-islamischen Taliban zu der Explosion. Ein Sprecher der Islamisten, Sabihullah Mudschahid, erklärte, es habe sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt.

Ende 2014 hat die Nato ihren Kampfeinsatz in Afghanistan offiziell für beendet erklärt und den afghanischen Sicherheitskräften die Verantwortung übergeben. Seitdem verschlechtert sich die Sicherheitslage im Land zusehends. Beobachter schätzen, dass die radikalislamsichen Taliban so gut da stehen wie seit ihrem Sturz durch die US-geführte Invasion 2001 nicht mehr. Trotzdem hat die Europäische Union kürzlich mit der afghanischen Regierung eine Vereinbarung geschlossen, wonach Zehntausende Afghanen schneller aus Europa zurück in ihr Heimatland abgeschoben werden können.

Die Nato, die in Afghanistan mit der Ausbildungsmission „Resolute Support“ im Einsatz ist, sprach in einer Mitteilung von einer nicht näher genannten Zahl von Opfern. Aus der Mitteilung ging nicht hervor, ob es sich um einen Unfall oder einen Anschlag handelt. Von Seiten des US-Militärs gab es vorerst keine Verlautbarung zu dem Vorfall. „Es hat Opfer gegeben“, heißt es in einer in Kabul verbreiteten Mitteilung von „Resolute Support“. Die Explosion habe sich am Morgen gegen 5.30 Uhr Ortszeit ereignet. Medizinische Teams und zusätzliche Sicherheitsverbände seien im Einsatz.

Bagram ist der größte Stützpunkt der US-Truppen in Afghanistan. Dort befindet sich auch das Hauptquartier der US-Streitkräfte in Afghanistan. Gegenwärtig sind noch knapp 10.000 US-Soldaten im Land.

Afghanische Sicherheitskräfte am Freitag nach dem Angriff auf das deutsche Konsulat in Masar-i-Scharif. Nun gab es Explosionen auf dem US-Stützpunkt Bagram.
Afghanische Sicherheitskräfte am Freitag nach dem Angriff auf das deutsche Konsulat in Masar-i-Scharif. Nun gab es Explosionen auf dem US-Stützpunkt Bagram. Foto: Mutalib Sultani
 

Erst am Donnerstagabend hatten Taliban das deutsche Generalkonsulat in Masar-i-Scharif im Norden Afghanistans angegriffen. Dabei starben mindestens 4 Menschen, weitere 128 wurden verletzt. Deutsche blieben dabei unversehrt. Als Grund für ihren Angriff führten die Taliban später deutsche Unterstützung für einen US-Luftangriff in der Provinz Kundus an, bei dem Anfang November auch rund 30 Zivilisten getötet worden waren.

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erstellt am 12.Nov.2016 | 10:44 Uhr

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