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Politik

05. Dezember 2016 | 21:45 Uhr

Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2016 : AfD-Spitzenkandidat: Wer ist eigentlich Leif-Erik Holm?

vom
Aus der Onlineredaktion

Leif-Erik Holm wird wohl als Oppositionsführer mit der AfD in den Landtag Mecklenburg-Vorpommerns ziehen. shz.de stellt den Mann vor. Viele in MV kennen ihn als Radiomoderatoren.

Schwerin | „Vielleicht ist das heute der Anfang vom Ende der Kanzlerschaft Angela Merkels.“ So kommentierte der AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm nicht nur die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und den Erfolg seiner Partei, sondern spekulierte auch gleichzeitig über die Konsequenzen für die Bundeskanzlerin.

Selbstbewusst kommt er daher - der Politik-Neuling der AfD. Dass seine Partei bei den Landtagswahlen diesen Erfolg erzielen würde, überraschte am Sonntagabend kaum mehr. Prognosen hatten ein starkes Abschneiden der AfD bereits vorausgesagt. Überrascht wird auch Leif-Erik Holm nicht gewesen sein. Sein selbstbewusstes Statement überrascht folglich ebenso wenig. 

Doch wer ist dieser Herr Holm, der nun mit der AfD in den Landtag Mecklenburg-Vorpommerns einziehen wird?

Leif-Erik Holm kommt als gewinnender Typ rüber: charmantes Auftreten, geschulte Radiomoderatorenstimme, Dreitagebart. Geboren in Schwerin studierte Holm zunächst Ökonomie in Berlin, ehe er zum Radio wechselte. Von Radio Mecklenburg-Vorpommern über den Norddeutschen Rundfunk und Hitradio FFH bis hin zu Antenne MV arbeitete er bei verschiedenen Sendern als Moderator. Bis 2013. Dann kündigte ihm Antenne MV, weil Holm Sprecher des Landesverbandes der AfD Mecklenburg-Vorpommern wurde und 2013 bei der Bundestagswahl für die Partei antrat.

Das Ende seiner Morderatoren-Karriere besiegelte den Anfang seiner politischen Laufbahn: Jetzt wird er wohl Oppositionsführer im Landtag, nachdem seine Partei ersten Hochrechnungen zufolge mit mehr als 21 Prozent aus dem Stand zweitstärkste Kraft wurde und nicht nur die Linke hinter sich ließ, sondern auch die CDU.

Es habe ihn nicht in die Politik gezogen, sagt der 46-Jährige. Ein Grund dennoch Politik zu machen, sei die aus seiner Sicht verfehlte Euro-Rettungspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewesen. Heute ist er einer von zwei Landessprechern. Holm wird dem gemäßigten Flügel zugerechnet und präsentiert die AfD gern als Partei, die Politik für Familien macht. Geschickt greift er auf die Wendezeit zurück. „1989 hat gezeigt, dass wir gemeinsam etwas bewegen können“, erklärt Holm auf der Internetseite der AfD Mecklenburg-Vorpommern.

<p>Leif-Erik Holm nach der Bekanntgabe der ersten Ergebnisse zu den Landtagswahlen auf dem Weg zum TV-Studio.</p>

Leif-Erik Holm nach der Bekanntgabe der ersten Ergebnisse zu den Landtagswahlen auf dem Weg zum TV-Studio.

Foto: dpa
 

Holm, Vater eines dreijährigen Sohnes, lebt mit seiner Familie in Berlin und im Dorf Klein Trebbow bei Schwerin. Während er als Politiker verspricht, das Land attraktiv für Familien zu machen, pendelt er privat zwischen Schwerin und Berlin, wo er mit Frau und Kind in Prenzlauer Berg lebt. Jenem Berliner Stadtteil, wo sich Falafel-Imbiss an Sushi-Bar reiht, der Ausländeranteil mit 15,8 Prozent nur knapp unter dem Berliner Durchschnitt liegt und die Bevölkerngsdichte mit 14.429 Einwohnern pro Quadratkilometer zu den höchsten der Hauptstadt zählt. Kaum ein anderes Quartier steht so sehr für Gentrifizierung, so sehr für den „Bionade-Biedermeier“ und so sehr im Kontrast zur mecklenburg-vorpommerschen Wirklichkeit: Ausländeranteil von 2,1 Prozent und eine Bevölkerungsdichte von 69 Einwohnern pro Quadratkilomter.

<p>Der Spitzenkandidat der Partei Alternative für Deutschland (AfD), Leif-Erik Holm und seine Frau Wenke kommen in Barner Stück (Mecklenburg-Vorpommern) bei der Landtagswahl zur Stimmabgabe zu einem Wahllokal. </p>

Der Spitzenkandidat der Partei Alternative für Deutschland (AfD), Leif-Erik Holm und seine Frau Wenke kommen in Barner Stück (Mecklenburg-Vorpommern) bei der Landtagswahl zur Stimmabgabe zu einem Wahllokal.

Foto: dpa

Redegewandt und weltmännisch - der Eindruck entsteht, beschäftigt man sich mit dem Lebenslauf des AfD-Politikers. Doch der smart wirkende Holm kann auch anders: Immer wieder schlägt er auch nationalistische Töne an, warnt vor kriminellen Ausländern und fordert geschlossene Grenzen zur Abwehr von Flüchtlingen. Bis vor kurzem war er Mitarbeiter der als Hardlinerin geltenden AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch.

Das sagt Holm zur Flüchtlingskrise:

In Mecklenburg-Vorpommern stößt er bei den anderen Parteien damit auf Gegenwind: Eine Koalition mit der AfD haben bisher alle anderen Parteien kategorisch ausgeschlossen.

 

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erstellt am 05.Sep.2016 | 14:51 Uhr

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