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Nach Anschlägen : Ägypten tötet angebliche IS-Männer – Ausnahmezustand „unvermeidlich“

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Aus der Onlineredaktion

Christen im Nahen Osten müssen besser geschützt werden, verlangt die evangelische Kirche nach den Anschlägen in Ägypten.

Kairo | Die ägyptische Polizei hat nach den Anschlägen auf Kirchen in dem Land sieben angebliche Angehörige der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erschossen. Wie das Innenministerium in Kairo mitteilte, waren die Islamisten in der Stadt Assiut zusammengekommen, um offenbar weitere Anschläge auf koptische Kirchen und staatliche Sicherheitseinrichtungen und Wirtschaftsobjekte zu planen. Als die Polizei am Montagabend gegen die Versammlung vorrückte, sei es zu einer Schießerei gekommen, in deren Verlauf sieben IS-Angehörige getötet wurden.

Bei Anschlägen auf christlich-koptische Kirchen in den nordägyptischen Städten Tanta und Alexandria waren am Sonntag mehr als 40 Menschen getötet und etwa 120 verletzt worden. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamiert die Bluttat für sich. Die Dschihadisten, die seit Jahren im Norden der unruhigen ägyptischen Sinai-Halbinsel aktiv sind, zielen seit Monaten verstärkt auf die Millionen Christen im Land, die etwa zehn Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Am Palmsonntag waren bei den schwersten Terrorangriffen auf die christliche Minderheit in Ägypten seit Jahren mindestens 46 Menschen getötet und 110 verletzt worden. Die Terrormiliz IS reklamierte die Bombenexplosionen in zwei Kirchen in den Städten Tanta und Alexandria im Norden des Landes für sich.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) traf am Dienstag Ägyptens Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi in Kairo und drückte das Mitgefühl der Bundesregierung aus. „Ich habe natürlich die Anteilnahme der Bundesregierung dem Staatspräsidenten im Namen der Kanzlerin überbracht und unterstrichen, dass wir die Terrorbekämpfung international mit allen rechtsstaatlichen Mitteln als gemeinsame Aufgabe sehen“, sagte Schmidt am Dienstag bei seinem Besuch in Ägypten.

In dem autoritär regierten Land am Nil gilt seit Montag der Ausnahmezustand, was Sorgen über eine weitere Beschneidung der Menschenrechte verstärkt. Ministerpräsident Scherif Ismail verteidigte die Maßnahmen der Regierung. „Es ist unvermeidlich, dass einige außergewöhnliche Maßnahmen ergriffen werden“, sagte er am Dienstag vor dem Parlament in Kairo. Das Notstandsgesetz werde den Behörden die nötige „Flexibilität“ und den rechtlichen Rahmen geben, um den Kampf gegen einen „bösartigen Feind“ aufzunehmen. Die Abgeordneten gaben der Regierung darauf die notwendige Zustimmung.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, forderte mehr Schutz für religiöse Minderheiten in Ägypten und dem gesamten Nahen Osten. „Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht“, sagte der bayerische Landesbischof den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der Bischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Anba Damian, verlangte gegenüber der „Welt“ die Sensibilisierung junger Muslime in Bildungseinrichtungen. Sie bräuchten eine vernünftige Lehre, die die Friedfertigkeit schule.

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erstellt am 11.Apr.2017 | 19:22 Uhr

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