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Politik

03. Dezember 2016 | 16:42 Uhr

Kampf gegen Kriminalität : „Aachener Erklärung“: Internationaler Schulterschluss gegen reisende Einbrecherbanden

vom

Minister aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden reagieren mit einer engeren Zusammenarbeit gegen die Banden.

Aachen | Im Kampf gegen international agierende Einbrecherbanden haben deutsche, niederländische und belgische Polizeibehörden eine engere Zusammenarbeit vereinbart. Einzelheiten regelten die zuständigen Minister von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen sowie Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) mit ihren Kollegen aus Belgien und den Niederlanden in ihrer am Montag unterzeichneten „Aachener Erklärung“. Geplant sind unter anderem der Informationsaustausch zu international agierenden Tätergruppen, gemeinsame Ermittlungsgruppen und abgestimmte Kontrollmaßnahmen.

Seit rund zehn Jahren steigt die Zahl der Wohnungseinbrüche kontinuierlich. Ermittler führen die Zunahme zu großen Teilen auf kriminelle Banden aus dem Ausland zurück. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit mehr als 167.000 Einbrüche und Einbruchsversuche registriert, fast zehn Prozent mehr als im Jahr 2014. Ähnlich hohe Zahlen gab es zuletzt in den späten 1990er Jahren.

Foto: dpa Infografik

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland steigt und steigt, allein in den vergangenen sechs Jahren um mehr als ein Drittel. Fragen und Antworten zu einem wachsenden Problem:

Wie viele Einbrüche gab es im vergangenen Jahr?

Im Jahr 2015 wurden mehr als 167.000 Einbrüche und Einbruchsversuche polizeilich registriert - ein Anstieg um rund 10 Prozent.

Wann, wie und wo finden Einbrüche statt?

Nicht in der Nacht, sondern am hellen Tag passieren die meisten Einbrüche. Die Täter suchen sich leicht zu erreichende Fenster und Fenstertüren und brechen mehrheitlich zwischen 10 und 18 Uhr ein. Die Stadtstaaten sind besonders stark betroffen: Bremer werden mehr als zehnmal so oft Opfer eines Einbruchs wie Thüringer.

Was hindert Einbrecher daran, in die Wohnung zu gelangen?

Bei 42,7 Prozent der versuchten Einbrüche gaben die Diebe erfolglos auf. Meist versuchen sie höchstens fünf Minuten lang, eine Wohnung zu knacken. Einbruchhemmende, abschließbare Türen und Fenster, solide Beschläge und Schließzylinder tragen dazu bei, die Wohnung sicherer zu machen. Die Sicherheitsbranche verzeichnete daher 2015 Zuwächse in allen Bereichen, mit 7,4 Prozent mehr Umsatz bei Alarmanlagen und 5,1 Prozent mehr bei Videoüberwachung als im Vorjahr.

Wie viel wird gestohlen?

Die Versicherungen ersetzten 2015 nach eigenen Angaben Schäden in durchschnittlicher Höhe von etwa 3300 Euro.

Wer sind die Einbrecher?

Fast jeder zweite Tatverdächtige kommt aus derselben Gemeinde. 85 Prozent sind Männer, oft zwischen 30 und 40 Jahre alt. Etwa 40 Prozent sind Ausländer, am häufigsten Serben und Rumänen. Die Aufklärungsquote ist allerdings im Verhältnis zu anderen Verbrechen sehr gering. Nur in 15,2 Prozent der Fälle kann die Polizei einen Täter ermitteln.

Was sind die Konsequenzen eines Einbruchs?

Eine der gravierendsten Folgen ist die gefühlte Unsicherheit und Hilflosigkeit in den eigenen vier Wänden. Fast jeder zweite Betroffene berichtet davon. Das Bedürfnis der Opfer nach Gerechtigkeit kann die Justiz allerdings nur selten stillen. Laut einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen wird nur in 2,6 Prozent der Fälle der Täter auch verurteilt.

Wie reagiert die Politik?

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) schlug im Juni 2016 in einem Interview der „Rheinischen Post“ vor, in besonders gefährdeten Vierteln mehr Wachpolizisten einzusetzen. Sie tragen Uniform, Handschellen und Pistole, haben jedoch nur eine Kurzausbildung erhalten. Sein Vorschlag stieß außerhalb der CDU auf viel Kritik, auch bei der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

 
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erstellt am 31.Okt.2016 | 12:12 Uhr

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