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Panorama

05. Dezember 2016 | 15:39 Uhr

Spenden, Rechnungen, Arztbesuch und Autounfall : Wie Sie zum Jahreswechsel Geld sparen können

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Von Handwerkerrechnungen bis zum Freistellungsauftrag - shz.de hat die passenden Spartipps parat.

Auch wenn man momentan vor allem mit Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt ist – einige Dinge müssen noch vor dem Jahreswechsel erledigt werden. Anderenfalls gehen Ansprüche verloren, die bares Geld wert sind. Hier einige Tipps.

Spenden absetzen

Kirchliche, mildtätige und gemeinnützige Spenden können als Sonderausgaben abgesetzt werden, und zwar bis zu 20 Prozent des Einkünfte-Gesamtbetrages. „Überschreiten die geleisteten Spenden diesen Höchstbetrag, können diese in die nächsten Jahre vorgetragen und dann steuerlich geltend gemacht werden“, erläutert Anita Käding vom Bund der Steuerzahler.

Handwerkerrechnungen

Für Handwerkerleistungen (Lohn- und Fahrtkosten) gelten jährliche Höchstgrenzen von 6000 Euro, davon berücksichtigt der Fiskus 20 Prozent, also 1200 Euro. Wer ohnehin den Jahresputz erledigen lassen oder den Flur streichen lassen will, sollte jetzt den Auftrag erteilen. Hat der Maler vor Weihnachten keinen Termin mehr frei, kann man sich auf eine Abschlagzahlung in diesem Jahr verständigen. Ist der Höchstdeckel hingegen schon erreicht, sollte man mit dem Handwerker die Zahlung im nächsten Jahr vereinbaren. Wichtig ist der Überweisungsbeleg. Barzahlungen akzeptiert das Finanzamt nicht. Das gilt auch für haushaltsnahe Dienstleistungen, hier liegt die Höchstgrenze bei 20.000 Euro. Steuermindernd können also 4000 Euro geltend gemacht werden.

Riester-Rente

Wer noch keinen Riester-Vertrag unterschrieben hat, kann bis zum 31. Dezember einen abschließen und erhält die volle steuerfreie Jahresprämie. Dazu muss der Riester-Sparer bis zum Jahresende mindestens vier Prozent seines Vorjahreseinkommens einzahlen.

Verluste bescheinigen lassen

Anlegern, die Verluste im Depot gemacht haben, sollten sich noch vor dem 15. Dezember bei ihrer Bank um eine Verlustbescheinigung bemühen. Nur dann können sie Verluste dieses Kontos mit Gewinnen bei anderen Banken verrechnen.

Freistellungsaufträge prüfen

Auf Kapitalgewinne gilt eine Abgeltungssteuer, Banken und Sparkassen behalten automatisch 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer ein. „Bis zu 801 Euro oder 1602 Euro bei zusammen veranlagten Ehepaaren sind Kapitalerträge pro Jahr jedoch steuerfrei“, erläutert Käding vom Bund der Steuerzahler. Werden diese Beträge nicht überschritten, behält die Bank keine Abgeltungsteuer ein, sofern ein Freistellungsauftrag vorliegt. Wer wenig verdient, kann eine für drei Jahre gültige Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt beantragen.

Kindergeld beantragen

Wenn ein Kind in der Ausbildung steckt, Adoptiv- oder Pflegekind ist oder eine Behinderung hat, bekommen Eltern auch dann noch Kindergeld, wenn es älter als 18 Jahre ist. Eltern können den staatlichen Zuschuss bis zu vier Jahre rückwirkend erhalten.

Steuerfreie Sachleistungen 

Geldzahlungen vom Arbeitgeber wie Weihnachtsgeld, Bonusprämien und Gewinnbeteiligungen sind steuerpflichtig. Eine steuerfreie Alternative: Der Chef überlässt seinen Arbeitnehmern Sachleistungen wie Laptops, Tablets oder Smartphones. Die sind steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn der Arbeitgeber die Pauschalsteuer von 25 Prozent übernimmt. Das gilt auch beim Zuschuss zum Kita-Besuch. Der Chef setzt den Betrag als Betriebsausgabe ab.

Arztbesuch

Wer privat krankenversichert ist und in diesem Jahr noch nicht beim Arzt war, kann seinen Anspruch auf eine Beitragserstattung für 2016 („Schadenfreiheitsrabatt“) retten, wenn er seinen Besuch beim Doktor auf Januar verschiebt.

Außergewöhnliche Belastung

Steuerzahler, die 2016 außergewöhnliche Aufwendungen hatten, etwa für einen Arztbesuch oder Krankenhausaufenthalt, die Scheidung oder eine Beerdigung, können einen Teil als außergewöhnliche Belastung vom steuerpflichtigen Einkommen herunterrechnen.

Da vom Gesamtaufwand zuvor eine „zumutbare Belastung“ abgezogen wird, lohnt es sich, solche Ausgaben zu bündeln: Je mehr „Außergewöhnliches“ in einem Kalenderjahr angefallen ist, desto eher wird die Zumutbarkeitsgrenze überschritten. Noch im alten Jahr eine neue Brille zu bezahlen, kann sich daher lohnen.

Autounfall

Wer im Jahr 2016 einen selbst verschuldeten Unfall mit geringem Schaden (bis 500/600 Euro) von seiner Kfz-Haftpflichtversicherung hat regulieren lassen, kann das Geld zurückzahlen. Das rettet ihm dann den Schadenfreiheitsrabatt. Umgekehrt kann ein bisher der Versicherung nicht gemeldeter Unfall noch bis Ende Dezember 2016 „nachgemeldet“ werden. Das kann zwar eine Rückstufung beim Schadenfreiheitsrabatt zur Folge haben – aber dennoch von Vorteil sein.

Vermögenswirksame Leistungen

Wer ein Bausparkonto und Anspruch auf die Wohnungsbauprämie hat, der sollte für 2016 den höchstmöglichen Betrag darauf einzahlen: 512/1024 Euro (alleinstehend/verheiratet). Dann gibt’s die maximale Prämie. Die Einkommensgrenze beträgt 25.600/51.200 Euro pro Jahr.

Betriebsrente

Der Arbeitnehmer kann bis zu vier Prozent seines Arbeitsverdienstes – maximal von 72.600 Euro (das entspricht 2904 Euro) in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen. Entsprechend dem individuellen Steuersatz reduziert sich dadurch die Steuerbelastung.

Heirat

Paare, die den Bund fürs Leben schließen wollen und dies noch bis zum Jahresende 2016 tun, werden für das komplette Jahr 2016 nach dem – für sie meist günstigeren – Splittingtarif besteuert. Zudem sollten verheiratete Paare ihre Steuerklasse prüfen. Klafft die Einkommensschere stark auseinander, sind die Steuerklassen III/V sinnvoll.

Verjährung

Am 31. Dezember verjährt eine Vielzahl von Forderungen. Wer also noch Außenstände einzutreiben hat, muss schnell aktiv werden. Dies sind im privaten Bereich die wichtigsten Verjährungsfristen:

2 Jahre: Gewährleistungsansprüche aus einem Kaufvertrag – die Frist beginnt mit dem Tag der Übergabe der Ware. Ansprüche aus dem Reisevertragsrecht – die Frist beginnt mit dem Tag, an dem der Rückreisetermin geplant war und Gewährleistungsrechte aus einem Werkvertrag – gerechnet vom Abnahmetag an.

3 Jahre: Verjährung von Kaufpreisforderungen oder Werklohnforderungen, sowie Ansprüche aus durch Verkäufer oder Hersteller arglistig verschwiegenen Mängeln – Fristbeginn wie bei der Regelverjährung.

5 Jahre: Gewährleistungsansprüche an Häusern und Wohnungen gegenüber Bauunternehmen – die Verjährungsfrist beginnt am Anfang des Folgejahres nach Bauabnahme.

30 Jahre: Schadenersatzansprüche für Schäden an Körper und Gesundheit – die Frist beginnt am Tag der Schädigung.

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erstellt am 02.Dez.2016 | 11:02 Uhr

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